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Khirbet edh-Dharih

Khirbet edh-Dharih

Von der Fassade des Tempels von Khirbet edh-Dharih stammen die aufwändigen Figurenreliefs, die die Hauptattraktion im Nabatäischen Saal des Jordan Museum sind.

Das einstmals bedeutende Heiligtum und dazugehörige Dorf auf einem Hügel über dem Wadi al-La'ban an der wichtigsten Karawanenstraße von Petra nach Norden ist für heutige Besucher, die über den Königsweg fahren, gut erreichbar.

Die nabatäische Siedlung von Dharih kann in etwa auf 100 n. Chr. datiert werden. Ihre Blütezeit war während einer Periode des Wohlstands nachdem das Römische Imperium das Königreich der Nabatäer annektiert hatte (106 n. Chr.). Die Ayn al-La'ban und zwei weitere Quellen garantierten das ganze Jahr über eine Versorgung mit Wasser. Nach dem starken Erdbeben der 360er Jahre n. Chr. wurde in byzantinischer Zeit ein kleines Dorf gebaut, das bis in die frühislamische Zeit bewohnt blieb.

Der nabatäische Tempel

Der Tempel (22 m x 16 m) besteht aus einem nicht überdachten Vorraum im Süden, der sich nach Norden hin zu einem fast quadratischen Komplex mit einer Kultplattform in der Mitte öffnet. Zum Säulenpodium (7 x 7 m, Höhe 1,40 m) führen zwei schmale Treppenaufgänge an der Vorderseite. In der zentralen Platte der Pflasterung gibt es ein rechteckiges Loch, flankiert von zwei kleinen runden Löchern. Unter der Platte wurde ein Steinbecken gefunden. Die Ausgräber interpretieren dies als ein System, um einen Betyl zu befestigen und die Opferflüssigkeit nach den rituellen Trankopferungen aufzufangen. Es ist nicht klar, ob dies Wein, Öl oder sogar Blut gewesen ist. In einer späteren Phase wurden zwei weitere Betylöcher diagonal hinzugefügt, was auf den Kult einer Triade von Göttern hinweist.

Ein schmaler U-förmiger Gang umgibt das Podium auf drei Seiten, damit es bei rituellen Prozessionen umrundet werden konnte. Von diesem Gang aus führen Zugänge zu zwei Krypten unter der Plattform und zu den Eckräumen. Im nordöstlichen Raum ist ein Treppenaufgang, über den man früher auf das Dach der Terrasse gelangte. Die zwei Räume auf der Nordwestseite der Kultplattform haben große Wandnischen.

Die berühmte Fassade nach Süden hin war 15 Meter hoch. Auf zwei aus der Wand herausragenden Sockeln beiderseits des Eingangs standen Statuen und darüber gab es große Fenster. Der Architrav der Tempelfassade befand sich in etwa 10 m Höhe und war mit einem Relief geschmückt, auf dem Reben und Tiere sowie Medusenköpfe an den Ecken erschienen. Auf dem Fries darüber wechselten Personifizierungen der Tierkreiszeichen mit geflügelten Siegesgöttinnen, die diese Figuren krönten. Stehende Adler bewachten die zentralen Figuren. Während einige der genannten Reliefs im Jordan-Museum zu sehen sind, kann das zentrale Götterpaar Dushara und al-'Uzza nur anhand von Fragmenten vermutet werden.

Es wird angenommen, dass die Handwerker des Dharih-Tempels dieselben waren, wie diejenigen, die den Tempel auf dem Gipfel des Jabal et-Tannur dekoriert haben.


© Texte: Zusammengestellt und editiert von Universes in Universe vor allem aus Informationen in: Zeidoun Al-Muheisen und Frangois Villeneuve: Archaeological Research At Khirbat Adh-Dharih, Annual of the Department of Archaeology, 2005.
© Übersetzung aus dem Englischen: Universes in Universe

Neben dem hervorragenden Tempel sind Khirbet edh-Dharih auch die Ruinen des Dorfes zu sehen, darunter eine Pilgerunterkunft, eine luxuriöse Residenz, eine große Ölmühle, ein monumentales Grab, byzantinische bzw. frühislamische Häuser im Innenhof des Tempels und zahlreiche Steinblöcke mit schönen Reliefs.


Khirbet edh-Dharih
Etwa 170 km von Zentrum von Amman
Am Königsweg zwischen Kerak (50 km) und Tafila (20 km)
Etwa 100 km nördlich von Petra

© Texte und Fotos urheberrechtlich geschützt.
Zusammenstellung der Informationen, redaktionelle Bearbeitung, Übersetzungen, Fotos: Universes in Universe, soweit nicht anders angegeben.

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