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Nationaler Pavillon der Vereinigten Arabischen Emirate

58. Internationale Kunstausstellung, La Biennale di Venezia

11. May - 24. November 2019

Künstlerin: Nujoom Alghanem

Kuratoren: Sam Bardaouil und Till Fellrath

Kommissar:
Salama bint Hamdan Al Nahyan Foundation
Gefördert vom VAE Ministerium für Kultur und Entwicklung des Wissens


Passage

Auf der 58. Internationalen Kunstausstellung der Biennale Venedig präsentiert der Pavillon der Vereinigten Arabischen Emirate Passage, eine 26-minütigen Zwei-Kanal-Video- und Zwölf-Kanal-Audioinstallation der Dichterin, Filmemacherin und Künstlerin Nujoom Alghanem. Das ortsspezifische Werk, gedreht in den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Venedig, entstand in enger Zusammenarbeit mit den Kuratoren des Pavillons, Sam Bardaouil und Till Fellrath.

Nujoom Alghanem ist eine renommierte Dichterin und Filmemacherin, die als eine führende Stimme ihrer Generation gilt. Mit bisher acht von der Kritik gelobten Gedichtbänden ist sie für ihre Beiträge zu neuen Formen der zeitgenössischen arabischen Poesie hoch angesehen. Als preisgekrönte Filmemacherin hat sie eine Reihe von Reportagen und Dokumentationen geschaffen, die den Diskurs über Geschlechterfragen und gesellschaftliche Normen voranbringen.

Passage ist eine Weiterentwicklung von Alghanems Experimenten mit zeitgenössischer arabischer Dichtung durch die Nutzung von Elementen filmischer Gestaltung. Für die Installation nimmt sie ihr grundlegendes Gedicht The Passerby Collects the Moonlight von 2009 als Ausgangspunkt und ergründet die universelle Erfahrung von Vertreibung und Exil.

Die Installation gliedert sich in zwei Erzählstränge, einen „realen“ und einen „fiktionalen“. Beide werden gleichzeitig auf den beiden gegenüberliegenden Seiten derselben Leinwand projiziert. Die „reale“ Erzählung schildert die Bemühungen von Alghanem und Amal, einer syrischen Schauspielerin, die in den Vereinigten Arabischen Emiraten lebt, einen Film für den Pavillion zu schaffen. Der „fiktive“ Erzählstrang ist eine ästhetisierte Darstellung von Falak, einer vertriebenen Frau auf einer beschwerlichen Reise. Diese von Nujoom konzipierte Figur wird von Amal gespielt. Die brechtsche Verschmelzung von Realität und Fiktion gipfelt in einer Szene, in der Falak am Pavillon in Venedig ankommt. Sie regt den Betrachter dazu an, über die Parallelen zwischen den drei Hauptfiguren des Films, der Regisseurin, der Schauspielerin und dem fiktiven Charakter, nachzudenken. Diese drei Frauen gleichen Alters sind durch die Erfahrung gemeinsamer Dualitäten verbunden: dem Verborgenen und dem Aufgedeckten, der Zerbrechlichkeit und der Kraft, sowie der Zugehörigkeit und der Vertreibung.

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Die Erfahrung von „Passage“ (Reise) und Dualität durchdringt auch die Gestaltung des Ausstellungsraums, den die Besucher von beiden Seiten betreten und verlassen können. Eine große, 3 x 6 Meter-Projektionswand steht wie eine Mauer in der Mitte und teilt den Pavillon in zwei symmetrische Hälften. Die Betrachter sind dazu eingeladen, sich mit Nujooms und Amals realem Prozess des Filmemachens sowie mit der kinematografischen Darstellung der fiktiven Figur Falak auseinanderzusetzen. Während des Films ist an mehreren Stellen Nujooms Stimme zu hören, die Abschnitte ihrer Gedichte vorträgt. Der gemeinsame Soundtrack hält die beiden Filme zusammen und erzeugt auf jeder Seite der Leinwand eine andere Bedeutung. Erst wenn die Besucher zur anderne Projektionswand hinübergehen, erkennen sie, dass die beiden scheinbar getrennten Filme tatsächlich zwei Seiten derselben Erzählung sind. Die Betrachter haben, ebenso wie die Protagonistinnen, eine ganz eigene „Passage“ vollzogen.

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Die Kuratoren Sam Bardaouil und Till Fellrath erklären: „In Passage verwebt Alghanem zwei Genres des Geschichtenerzählens miteinander: die uralte Dichtkunst, die auch heute eine von der lokalen Kultur geprägte lebendige Kunstform ist, und die der Filmgestaltung, die in den Vereinigten Arabischen Emiraten noch recht jung ist. Die Installation ergründet die psychologische, emotionale und physische Erfahrung der Vertreibung, ein Thema, das vielen von Alghanems Werken zugrunde liegt. Durch das Hervorheben des Zwiespalts von Realität und Fiktion stößt sie den Betrachter noch mehr auf eine der zentralen Fragen des Films: In welchem Umfang kann die Kunst sinnvoll zum Leben derjenigen beitragen, deren Geschichten sie erzählen will?“

Im Gespräch über ihren Film sagt die Künstlerin Nujoom Alghanem: „Mit Passage will ich die Parallelen zwischen meiner persönlichen Erfahrung und derjenigen der beiden Protagonistinnen des Films, der Schauspielerin Amal und dem von ihr dargestellten fiktiven Charakter Falak, miteinander verweben. Der Film nutzt die komplexen, von vielen Frauen erlebten Realitäten als Mittel zur metaphorischen Reflexion über einige der drängendsten Herausforderungen unserer Zeit.“

Angela Migally, Executive Director der Salama bint Hamdan Al Nahyan Foundation, sagt: „Nujooms Gedichte und Filme sind bekannt für ihre fesselnde Erzählweise. Dafür ist ihre Auftragsarbeit für den Nationalen Pavillon der Vereinigten Arabischen Emirate ein beeindruckendes Beispiel. Die Salama bint Hamdan Foundation erzählt die unbekannten Geschichten der Vereinigten Arabischen Emirate mithilfe von kulturellen Projekten. Diese wichtige und faszinierende neue Arbeit ergründet die miteinander verbundenen, aber dennoch verschiedenen Geschichten, die universell relevant und tief in der Region verwurzelt sind.“

Publikation

Zur Ausstellung erscheint eine 136-seitige Publikation gleichen Titels, herausgegeben von Sam Bardaouil und Till Fellrath, die in englischer und arabischer Sprache erhältlich ist und einen Aufsatz der Kuratoren, ein Interview mit der Künstlerin, mehrere Gedichte von Alghanem sowie eine Auswahl von Bildern aus dem Film enthält. Sie wird gemeinsam vom Nationalen Pavillon der Vereinigten Arabischen Emirate in Abu Dhabi und von Silvana Editoriale in Mailand veröffentlicht.
ISBN [Englisch]: 9788836643486
ISBN [Arabisch]: 9788836643493

Der Nationale Pavillon der Vereinigten Arabischen Emirate wird von der Salama bint Hamdan Al Nahyan Foundation ausgerichtet und vom Ministerium für Kultur und Entwicklung des Wissens der Vereinigten Arabischen Emirate unterstützt. Die Vereinigten Arabischen Emirate nehmen seit 2009 an der Internationalen Kunstausstellung La Biennale di Venezia teil und unterhalten einen dauerhaften Pavillon im Arsenale – Sale d‘Armi.


Offizielle Website:
nationalpavilionuae.org

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Presseanfragen:
+971 (0)2 499 1953
press(at)nationalpavilionuae.org

Aus Presseinformationen.
© Fotos: Courtesy Nationaler Pavillon VAE - La Biennale di Venezia
© Bilder oben: Nujoom Alghanem, Passage. Installationsansichten: Barbara Zanon; Produktionsstills: Augustine Paredes von Seeing Things;. Courtesy Nationaler Pavillon VAE.

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