Die letzten Dinge - Son Şeyler

Künstler aus der Türkei reflektieren über Existenz und Endlichkeit. Ausstellung in Münster, Deutschland.
Mär 2008

Die letzten Dinge sind der Tod, das Jüngste Gericht, der Himmel und die Hölle. Unter diesen Begriffen verbergen sich ganze Vorstellungswelten und doch treffen sie sich alle in der Frage des 'Sein oder Nicht-Sein'. Ein Ausstellungsprojekt zu diesen Begriffen kann auf sehr verschiedene Weisen fragen, wie Künstler und Künstlerinnen diesen begegnen. Allerdings erhalten die Fragen, wie man stirbt, welche Vorstellungen es vom Leben nach dem Tod gibt und welcher Wert dem Leben zugeschrieben wird, besondere Virulenz bei einem Projekt, bei dem zwei verschiedene Kulturen und Religionen, die durch eine lange gemeinsame Geschichte verbunden sind, beteiligt sind.

Statt einen traditionellen Künstleraustausch zu suchen, bei dem, besonders in Deutschland, ausländische Künstler oft als exotische Repräsentanten ihrer Länder betrachtet werden, nimmt das Projekt "Die Letzten Dinge / Son Seyler" das Thema als einen Fokus, bei dem durch die existentielle Dimension auch die kulturellen Differenzen thematisch werden.

In der von Platform Garanti kuratierten Ausstellung im Westfälischen Kunstverein kommt die Generation der in den 1970er und 1980er Jahren geborenen Künstler und Künstlerinnen aus der Türkei zur Sprache, deren Visionen und Träume zwischen den Extremen von Endzeitstimmung, Suizid und Himmelfahrt wandern. Ist es das Ende des Festes bei ha za vu zu oder der melancholische Aufenthalt in Industriebrachen bei Emre Hüner - fast immer deutet sich ein Aufbruch an, der Kraft aus dem Fantastischen schöpft. Gleichzeitig ist die Wirklichkeit manifest in den Beobachtungen von nahen Kriegen und gesellschaftlichen Realitäten wie in der bedrohlich leichten Installation von Nevin Aladag und bei den dokumentarischen Ansätzen von Künstlern wie Ali Kazma, Leyla Gediz oder Hale Tenger. Die Welten, die die Kunst aus Istanbul eröffnet, führen uns an Grenzen der Existenz in vielen Facetten. Das buchstäbliche Lächeln am Rande des Abgrunds ist hier die poetische Kraft.

Auf den ersten Teil in Münster wird im Herbst ein vom Westfälischen Kunstverein kuratiertes Projekt in Istanbul folgen. Eine Publikation wird beide Teile dokumentieren. Die Ausstellung wird gefördert in der Reihe "Europäische Partnerschaften" von der Kunststiftung NRW und dem Goethe-Institut.

 

(Text der Veranstalter)

Die letzten Dinge

26. Januar -
23. März 2008

Westfälischer Kunstverein
Domplatz 10
Deutschland
Website

KünstlerInnen:
Nevin Aladağ
Başir Borlakov
İnci Eviner
Leyla Gediz
ha za vu zu
Emre Hüner
Ömer Ali Kazma
Hale Tenger

Organisiert von:
Platform Garanti Contemporary Art Center

Nafas
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