Universes in Universe

Für eine optimale Ansicht unserer Website drehen Sie Ihr Tablet bitte horizontal.

Tadashi Kawamata
* 1953 Mikasa, Hokkaido, Japan. Lebt in Tokio und Paris.


Baumhütten in Brügge
Ort: Beginenhof
20. Mai - 18. Oktober 2015

In den Bäumen des wunderschönen Innengartens des Brügger Beginenhofes hat der japanische Künstler Tadashi Kawamata eine Reihe von Baumhäusern installiert. Es sind sehr poetische Skulpturen, in denen er die Grenzen zwischen Kunst, Architektur und Natur abtastet. Und sie haben die einzigartige Fähigkeit, den Betrachter auf vielerlei Art anzusprechen. Sie sind überraschend und befremdlich, und zugleich finden wir alle unsere Kindheitsfantasien über Baumhäuser, geheime Verstecke und abenteuerliche Traumwelten darin wieder.

Baumhütten in Brügge weisen die einzigartige Schönheit von etwas auf, das nicht einfach so der Fantasie eines Künstlers zu entspringen scheint, sondern der Fantasie von uns allen. Es sind menschliche Konstruktionen, doch scheinen sie organisch gewachsen zu sein. Und all das macht die Baumhäuser natürlich auch sehr reich und vielschichtig. Es sind Hütten, Nester, Verstecke, Beobachtungsplätze...

Der Mensch hat sich schon immer an hohe, schwer zugängliche Orten zurückgezogen. Um einer Gefahr zu entgehen oder um zu meditieren. Mönche und Einsiedler zogen sich in hohe Bäume, in Höhlen und an Berghänge zurück.

Genau wie Beginen sich in ihre Beginenhöfe zurückzogen und sich bewusst für ein abgeschiedenes Leben in einer ummauerten und schwer zugänglichen Umgebung entschieden. Seit der Renaissance wurden Baumhütten bisweilen zu verspielten geheimen Orten in den Gärten der reichen Herrscher. Und später tauchten sie in den Geschichten von Robinson Crusoe und allerlei verirrten Abenteurern auf.

Kawamata ist mit seinen radikalen poetischen Skulpturen und Baumhäusern bereits in New York, Florenz und Paris in Erscheinung getreten. Und überall tritt er in einen intensiven Dialog mit der Umgebung, von der das Werk tatsächlich ein Teil wird. Darüber hinaus arbeitet er stets nach einer sehr organischen und improvisierenden Methode eines Work in Progress, bei der er mit Studenten der Kunsthochschulen und Technikern vor Ort eng kooperiert. Die Teamarbeit und die Verwendung von gefundenen oder gebrauchten Materialien sind ein Teil des organischen Prozesses, bei dem die Arbeit beinahe natürlich wächst.

(© Text: Kurzführer, Triennale Brügge 2015)

Projekte

Projekte von 14 Teilnehmern vor allem im öffentlichen Raum des Stadtzentrums von Brügge. Teil der Triennale Brügge 2015, 20. Mai - 18. Oktober 2015.

Zurück nach oben