Universes in Universe

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Jimmie Durham auf dem Alexanderplatz, 2000. © Foto: Universes in Universe

Jimmie Durham: Sie sind hier, 2000

Das Kunstprojekt "Denkzeichen 4. November 1989", das Pat Binder und Gerhard Haupt von 1999 bis 2003 realisierten, erinnerte an die größte Kundgebung der Demokratiebewegung der DDR. In einem Leuchtkasten auf dem Alexanderplatz in Berlin wurden jeweils für 3 Monate Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern aus Deutschland und anderen Ländern gezeigt, die sich mit dem individuellen und kollektiven Bemühen um die Herstellung und Bewahrung demokratischer Verhältnisse sowie mit den Konflikten des Einzelnen zwischen Anpassung und Widerstand, Resignation und Zivilcourage auseinandersetzen.

Jimmie Durhams Kunstwerk "Sie sind hier", das er speziell für das Projekt schuf, war vom 4. Februar bis 3. Mai 2000 auf dem Alexanderplatz ausgestellt.

Jimmie Durham, Sie sind hier, 2000
Zeichnung und Siebdruck, 175 x 118 cm

Interaktive Internetversion

Für die Web-Präsentation der Arbeit im "Denkzeichen 4. November 1989" wurde mit Jimmie Durham auch eine interaktive Internet-Version seiner Zeichnung erstellt. Ausgewählte Wörter und Zeichen der "Karte" leuchten auf, wenn man mit der Maus darüber fährt, und per Klick öffnet man Pop-up-Fenster mit Texten und weiteren Bildern.

Einige Beispiele in Screenshots:

Jimmie Durham: Sie sind hier, 2000. Detail der interaktiven Version.
© Screenshot: Universes in Universe
Jimmie Durham: Sie sind hier, 2000. Detail der interaktiven Version.
© Screenshot: Universes in Universe
Jimmie Durham: Sie sind hier, 2000. Detail der interaktiven Version.
© Screenshot: Universes in Universe
Jimmie Durham: Sie sind hier, 2000. Detail der interaktiven Version.
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Jimmie Durham: Sie sind hier, 2000. Detail der interaktiven Version.
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Jimmie Durham: Sie sind hier, 2000. Detail der interaktiven Version.
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Jimmie Durham: Sie sind hier, 2000. Detail der interaktiven Version.
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Jimmie Durham: Sie sind hier, 2000. Detail der interaktiven Version.
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Interaktive Internetversion ►
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Jimmie Durham über sein Werk

Wann immer jemand mit mir spricht, erinnert mich das an irgendeine Geschichte aus meiner Vergangenheit, die ich dann zu erzählen beginne. Ich wette, die Leute hassen es, mit mir zu sprechen.

Mein Ziel im Leben ist, eine heimatlose Waise zu werden; in einem Staat zu sein, in dem ich nicht an die Vergangenheit glaube. Deshalb frage ich mich, warum ich die schlechte Angewohnheit, Geschichten zu erzählen, nicht ablegen kann? Es ist, als ob ich, statt richtig verloren zu sein, nur verwirrt bin ... irgendwie betrunken oder so.

Wie auch immer, hier ist mein Rat: Glaubt nichts. Glauben ist ein böses, unmenschliches Phänomen. Menschen entwickelten sich, um zu hinterfragen und zu ergründen und nicht um zu glauben.

Nun denn, Landkarten sind mir unheimlich. Sie beziehen sich auf keinen Teil der Welt, außer auf schlecht gefaltetes, vom Wind zerzaustes Papier. Eine Karte zu lesen versuchen, ist als wenn man aus der Hand von irgendjemand lesen will, obwohl man kein Roma ist.

Aber zumindest sind Karten hervorragende Hilfen, um sich zu verirren.

Ich spreche (noch) nicht Deutsch, aber ich lese Wörterbücher. Sie sind wie poetische Landkarten, in denen man sich wunderbar in einer Sprache verlieren kann.

Und vielleicht erinnert dich meine Wörterbuch-Karte an Geschichten, dann hättest du dich selbst gefunden. Sicher ist sie aber so schlecht gezeichnet, dass du die Geschichten nicht glauben wirst.

© Aus dem Englischen: Haupt & Binder


Denkzeichen 4. November 1989

Am 4. November 1989 versammelten sich über 500.000 Menschen auf dem Berliner Alexanderplatz zur größten Kundgebung der Demokratiebewegung in der DDR. Das Projekt von Pat Binder und Gerhard Haupt sollte am Ort des Geschehens auf dieses Ereignis aufmerksam machen.

Von November 1999 bis Februar 2003 wurden Arbeiten von insgesamt dreizehn Künstlern für jeweils 3 Monate in einem Leuchtkasten auf dem Alexanderplatz in Berlin präsentiert.

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