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Neue Nationalgalerie
Potsdamer Straße 50
10785 Berlin
Pascale Marthine Tayou
* 1967 Jaunde, Kamerun. Lebt in Brüssel, Belgien, und Duala, Kamerun.
Siehe die Biographie
Tayou empfängt die Besucher der Neuen Nationalgalerie auf der Eingangsterrasse mit einer Installation aus Flaggen der afrikanischen Union. Die Farben Grün, Gelb und Rot, die man in wechselnden Konfigurationen quer durch den afrikanischen Kontinent findet, dominieren einen Sommer lang die Ikone der modernen Architektur in Berlin und repräsentieren dabei Afrika in seiner offiziellen Vielfalt und Größe. Einen entscheidenden Teil der Installation machen sechs polychrome Skulpturen aus, die von afrikanischen "kolonen" Plastiken inspiriert sind – figürlichen Porträts afrikanischer Künstler, die Europäer während der Kolonialzeit darstellen. Tayou reflektiert hier die komplexen Rollen, die die Europäer, oft als das unergründliche Andere, in der rituellen, visuellen und sozialen Vorstellungswelt Afrikas darstellten.

Mit seinem Beitrag zu Who Knows Tomorrow dekonstruiert der Künstler historische Selbstvergewisserungen, die überwiegend national orientiert sind und macht gesellschaftliche Veränderungsprozesse sichtbar. Seine für Berlin geschaffene Arbeit Colonial Erection (2010) ist ebenso als kritischer Kommentar zu den historischen, kulturellen und politischen Geboten zu verstehen, die sich aus der Schaffung übernationaler Staatengebilde nach dem Vorbild der Europäischen Union ergeben, sowie der daraus folgenden Debatte über europäische Identität und Staatsbürgerschaft.

Die Neue Nationalgalerie von Mies van der Rohe ist eine Ikone moderner Architektur. 1968 eröffnet, bildete sie die Transparenz und Weitläufigkeit das Selbstverständnis der damaligen Bundesrepublik ab.

(Aus Texten des Veranstalters)

Ausführlichere Informationen:

>> biographischer Text

>> Bildseiten

>> Pascale Marthine Tayou

 

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