Kader Attia: Sacrifice and Harmony

Umfassende Einzelausstellung im MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt/Main, 16. April - 14. August 2016. Artikel über den Künstler und Werke in Nafas und UiU seit 2003.
Apr 2016

Anlässlich der großen Einzelausstellung von Kader Attia im MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt/Main haben wir hier die monographischen Artikel über den Künstler im Nafas Kunstmagazin zusammengestellt. Weiter unten finden Sie einen Zugang zu allen seinen Projekten und Werken, die in Nafas und Universes in Universe - Welten der Kunst seit seiner Teilnahme an der 50. Biennale Venedig 2003 gezeigt worden sind.


Artikel über Kader Attia in Nafas:

Kader Attia im KW Berlin
Interview der Kuratorin Ellen Blumenstein mit dem Künstler im Zusammenhang mit seiner Ausstellung REPAIR. 5 ACTS im KW Institute for Contemporary Art, 2013. Nafas, Juli 2013

Kader Attia: The Repair, documenta 13
In seinem Essay reflektiert Serge Gruzinski über die Installation auf der documenta 13 in Kassel. Mit einer Fotodokumentation des Werkes. Nafas, September 2012

Kader Attias Geschichte eines Mythos
Der kleine Felsendom. Kader Attia und die Kuratorin Laurie Ann Farrell erhielten den Abraaj Capital Art Prize 2010. Kuratorialer Text und Fotos. Nafas, März 2010

Kader Attia: Sacrifice and Harmony
Presseinformation des MMK Frankfurt/Main
Spätestens seit seiner aufsehenerregenden Präsentation auf der letzten documenta zählt Kader Attia zu den international führenden Künstlern seiner Generation. Das MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main widmet Attia jetzt eine umfassende Einzelausstellung. Als Kind algerischer Einwanderer in den Banlieues von Paris aufgewachsen, bilden seine Erfahrungen in zwei unterschiedlichen kulturellen Milieus die Grundlage für seine künstlerische Praxis. In der Ausstellung im MMK erforscht er die weitreichenden Auswirkungen der westlichen kulturellen Hegemonie auf nicht-westliche Kulturen vor dem Hintergrund unserer globalisierten Gegenwart.

Attia befasst sich in seinen ästhetisch beeindruckenden wie ethisch anspruchsvollen Werken mit dem Konzept der "Reparatur", das er seit vielen Jahren erforscht und in seiner großartigen viel beachteten Installation The Repair from Occident to Extra-Occidental Cultures auf der documenta 13 (2012) erstmals in vollem Umfang ausgebreitet hat. Von einem antiken kongolesischen Lendenschurz ausgehend, der mit einem europäischen Stoff geflickt wurde, unterscheidet der Künstler zwei verschiedene Ansätze der Reparatur: Die geflickten Artefakte der ethnologischen Sammlungen zeigen ganz offensichtlich die Nähte und Klammern und damit die Geschichte des Gegenstandes. Die westliche Vorstellung hingegen verfolgt das Ideal der spurlosen Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes. Diese beiden Konzepte überträgt Attia auf unterschiedlichste Wissensgebiete und Techniken und verweigert ihnen ihre eindeutige kulturelle Zuordnung, indem er auf gleiche Phänomene in unterschiedlichen Kulturbereichen verweist. Dabei geht es ihm nicht um eine Versöhnung der kulturellen Differenzen, sondern vielmehr um eine geschärfte Wahrnehmung der Pluralitäten.

Für die Ausstellung Sacrifice and Harmony im MMK 1 entwickelt Kader Attia eine neue Gruppe von Werken, die sein Konzept der Wiederaneignung und der Reparatur fortführt. Dabei richtet er den Blick auch auf religiös und politisch motivierte Opferrituale. Ursprünglich zur Harmonisierung von Ordnungen gedacht, sieht sie Kader Attia in zeitgenössischen Gesellschaften als ein Hauptinstrument der Angstpolitik, die das friedliche Zusammenleben und die gesellschaftliche Harmonie zerstören.

Kader Attia: Sacrifice and Harmony

16. April - 14. August 2016

MMK Museum für Moderne Kunst
Domstraße 10
60311 Frankfurt am Main
Deutschland
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Nafas
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