Mohamed Ali Fadlabi: The Prediction Machine

The Prediction Machine. Zwei Malerei-Installationen auf der Sharjah Biennale 11, 2013. Statement des Künstlers und Fotos.
Mai 2013

Dieses Werk erzählt die Geschichte von Heiligen und Superhelden. Man findet darin Bezüge zu äthiopischer Kirchenmalerei, zur Kunst in afrikanischen Frisiersalons, einen großen Teil von Sun Ras Afrofuturismus und obendrein sogar einigen Retrofuturismus. Da gibt es auch Bezüge zu Musik, einem häufigen Thema in meiner Kunst. Ich habe mir selbst die poetische Vollmacht erteilt, frei zwischen Themen, Kontexten und Zeitebenen hin und her zu springen.

The Prediction Machine [Die Prophezeiungsmaschine] stellt Fragen über westliche Normen in der Kunst, über die Bedeutung von Europa heutzutage und die anhaltende Teilung zwischen dem, was dem Westen und dem Nicht-Westen zugeschrieben wird. Ich bedanke mich bei den Akademikern Salah Hassan und Iftikhar Dadi, neben anderen, dafür, dass sie mich zu diesen Themen hingeführt haben. Ich bin ein Afro-Araber und wuchs im Sudan auf, doch habe ich ironischerweise erst seit meiner Übersiedelung nach Norwegen mehr über die Geschichte der Malerei in Ostafrika und in der Nil Ebene gelernt. Ich habe auch den modernen Rassismus im Westen begriffen, beginnend mit der Zeit der kolonialen Unternehmungen Europas in Afrika und anderen Teilen der Welt ab Mitte des 19. Jahrhunderts, bis zu seinen zeitgenössischen Erscheinungsformen als drakonische Einwanderungsgesetze, die Grenzen für Afrikaner und anderen aus der nicht-westlichen Welt schließen, und allgemeiner Fremden- und Islamfeindlichkeit, die die europäische Politik dominiert.

Diese Einstellungen haben sich historisch in visueller und populärer Kultur manifestiert und tun dies auch heute. The Prediction Machine ist ein Versuch, dem etwas entgegenzusetzen.

 

 

Mohamed Ali Fadlabi
* 1975 Omdurman, Sudan. Lebt in Oslo, Norwegen.
2010 BFA und 2012 MFA, Nationale Kunstakademie Oslo.

Mohamed Ali Fadlabi arbeitet vornehmlich mit Malerei, Performance und Text. Obwohl er im letzten Jahrzehnt in Norwegen gelebt hat, bleibt sein Schaffen in afrikanischer Kultur verwurzelt, angereichert durch Ironie und postkoloniale theoretische Diskurse, da er sich darum bemüht, den Betrachter durch eine Reihe kulturell erloschener Bezugsrahmen zu fesseln. 2008 gründete er in Oslo die Galerie One Night Only, die jeden Montag eine neue Ausstellung präsentiert.

Fadlabis Werke wurden in Oslo ausgestellt, so im Museum Zeitgenössischer Kunst (20121, Kunsthall (2011), Kunstnerforbundet (2011), UKS (2010) und in der Nationalgalerie (2007), sowie auch in Europa und im Sudan.

 

© Text aus dem Katalog der Sharjah Biennale 11, übernommen mit Genehmigung der Sharjah Art Foundation.
© Übersetzung aus dem Englischen und Fotos: Haupt & Binder

The Prediction Machine, 2013
Zwei Malerei-Installationen

Entstanden im Auftrag der Sharjah Art Foundation

Gezeigt auf der Sharjah Biennale 11
13. März - 13. Mai 2013
Vereinigte Arabische Emirate


Siehe auch:

SB11-logo
13. März - 13. Mai 2013, Vereinigte Arabische Emirate. Kuratorin: Yuko Hasegawa. Präsidentin und Direktorin der Sharjah Art Foundation: Hoor Al Qasimi.
Nafas
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