Irak auf der Biennale Venedig 2011

Verwundetes Wasser. Sechs irakische Künstler interpretieren das Thema Wasser. Fondazione Gervasuti, Venedig.
Aug 2011

Der Pavillon des Irak präsentiert sechs Künstler, deren individuelle künstlerische Suche beispielhaft ist, was ein Resultat des Lebens sowohl innerhalb wie außerhalb des Landes ist. Diese Künstler haben ihr Kunststudium an der Akademie der Schönen Künste in Bagdad später in Europa und den USA weitergeführt. Sie repräsentieren zwei Generationen: die eine, in den frühen 1950er Jahren geborene, hat die politische Instabilität und auch den kulturellen Reichtum jener Periode im Irak erlebt. Ali Assaf, Azad Nanakeli und Walid Siti sind in den 1970ern in der Zeit der Schaffung des politischen Sozialismus herangewachsen, der ihren Hintergrund ausmachte. Die zweite Generation, zu der Adel Abidin, Ahmed Alsoudani und Halim Al Karim gehören, ist aufgewachsen während des Dramas des Iran-Irak-Krieges (1980-1988), der Invasion Kuwaits, erdrückender Wirtschaftssanktionen der Vereinten Nationen und der folgenden künstlerischen Isolation. Diese Generation verließ das Land vor der Invasion 2003 und fand durch schieres Glück gepaart mit der künstlerischen Kraft ihres Werkes Aufnahme in Europa und den USA. Die Identitäten aller sechs Künstler sind demzufolge ohne Zweifel durch die zeitgenössische Kunstpraxis geformt und vereinen in sich die globale Situation mit der irakischen Erfahrung, und sie verkörpern einen ausgeklügelten und experimentellen Ansatz, der komplett international angelegt ist.

Rijin Sahakian schreibt im Ausstellungskatalog:
Als das zentrale Thema des Pavillons des Irak 2011 wurde Wasser gewählt. Diese Ressource, durch die das anfängliche und fortschreitende Wachsen des Iraks ermöglicht wurde, befindet sich jetzt auf Grund der Teilung, Verunreinigung und Vernachlässigung in der Krise. Ihre vergangene und gegenwärtige Existenz widerspiegelt die Manipulation durch verschiedene heimische und internationale Akteure, und ihre Knappheit hat die Gefährdung und in einigen Fällen die Ausrottung von Völkern und Tier- und Pflanzenarten verursacht. Aber in der Fluidität von Bewegung sowie in der Fähigkeit, Realitäten zu rekonstituieren und Lösungen zu finden, haben sowohl Künstler als auch Wissenschaftler neue Möglichkeiten der Anpassung an veränderte Umweltbedingungen gefunden. Diese Anpassungen leiten oftmals die Quelle selbst um, wobei sie sich deren Potenzial neu vorstellen und es interpretieren, während sie zu eine erweiterten Kontext der Praxis und des Wissens beitragen. Die im Pavillon des Irak 2011 vertretenen Künstler haben in ihrem gegenwärtigen und vorigen Werk die variierenden Fluktuationen ihrer eigenen Umleitungen adaptiert, indem sie die neuen Möglichkeiten dieser Geographien in ihrem jeweiligen Schaffen nutzen.
Künstler:

Adel Abidin
* 1973 Bagdad, Irak. Lebt in Helsinki, Finnland.
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Ahmed Alsoudani
* 1975 Bagdad, Irak. Lebt in Berlin, Deutschland.
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Ali Assaf
* 1959 Al Basrah, Irak. Lebt in Rom, Italien.
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Halim Al Karim
* 1963 Najaf, Irak. Lebt in Denver, Colorado, USA.
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Azad Nanakeli
* 1950 Arbil, Kurdistan, Irak. Lebt in Florenz, Italien.
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Walid Siti
* 1954 Duhok, Kurdistan, Irak. Lebt in London, Vereinigtes Königreich.
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Kuratorin:
Mary Angela Schroth
Kommissar:
Ali Assaf
Ko-Kommissar:
Vittorio Urbani
Veranstalter:
Nouva Icona and Sala 1
In Zusammenarbeit mit: Botschaft des Irak in Italien, UNO-Vertretung des Irak in Rom, Irakisches Ministerium für Kultur, Arab Fund for Arts and Culture, MerchantBridge Bank und das Iraq Pavilion Patrons Committee.
Katalog:
Pavilion of Iraq
Biennale Arte 2011
Gangemi Editore
ISBN: 978-88-492-2135-0

(Zusammenfassung von Presseinformationen.
Zitate aus dem Ausstellungskatalog)

(Aus dem Englischen: Haupt & Binder)

Acqua Ferita
Wounded Water

Sechs irakische Künstler interpretieren das Thema Wasser

4. Juni - 27. Nov. 2011

Fondazione Gervasuti
Fondamenta S. Anna
Castello 995
Venedig

Kuratorin:
Mary Angela Schroth

Kommissar:
Ali Assaf

Nafas
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