SALT Istanbul

Eröffnung von SALT Beyoğlu mit zwei Ausstellung. Besuch der Baustelle des zweiten Gebäudes von SALT in Galata.
Mai 2011

Am 9. April 2011 ist in Istanbul eine innovative Institution eröffnet worden: SALT, eine nicht-kommerzielle Organisation, gegründet auf dem Fundament und zur Fortsetzung der Aktivitäten des früheren Platform Garanti Contemporary Art Center, der Archive und des Forschungszentrums der Ottoman Bank sowie der Garanti Galeri.

An vielen Stellen der Stadt verkündeten Plakate: "SALT erkundet kritische und zeitgemäße Themen der visuellen und materiellen Kultur und entwickelt innovative Programme für Forschung und experimentelles Denken." Konzipiert als ein Ort für das Lernen und für Debatten, soll SALT seine Besucher herausfordern, stimulieren und provozieren, indem sie ermutigt werden, Kritik und eigene Meinungen zu äußern. Wie Forschungs- und Programmdirektor Vasif Kortun sagte: "SALT ist kein Museum, keine Institution für Kunst und Architektur, keine Forschungseinrichtung oder Galerie; es ist all das, was für Innovation und Veränderung steht." [1]

SALT (was in Türkisch "einfach" oder "rein" bedeutet) wird Ausstellungen, Konferenzen und öffentliche Programme ausrichten, interdisziplinäre Forschungsprojekte realisieren und eine Bibliothek und Archiv unterhalten, wo Publikationen und Materialien zu neuerer Kunst, Architektur, Design, Urbanismus und sozialer und Wirtschaftsgeschichte der Forschung und der öffentlichen Nutzung zur Verfügung stehen.
Die Aktivitäten von SALT werden auf zwei architektonisch und historisch bedeutende Gebäude verteilt sein:

Das erste ist das gerade eröffnete SALT Beyoğlu in der Fußgängerzone der İstiklal Caddesi, ein zwischen 1850 und 1860 gebautes, sechsgeschossiges Haus. Es ist von Mimarlar Tasarım, dem Büro des Architekten Han Tümertekin, der 2004 den Aga Khan Preis für Architektur erhielt, für die heutige Nutzung umgestaltet worden. In SALT Beyoğlu gibt es 1.130 qm Ausstellungsfläche auf drei Ebenen. Der Eingangsbereich, das Forum, fungiert als Interface zwischen der Institution und der Straße und lädt die Passanten auf der İstiklal Caddesi ein, sich die täglichen Programminformationen anzuschauen und in die Ausstellungen, das Walk-in Kino, das Café und den Shop weiterzugehen.

Der zweite Sitz, SALT Galata, ist nicht mehr als 15 Minuten Fußweg entfernt und wird im September 2011 in dem im 19. Jahrhundert nach Entwürfen von Alexandre Vallaury errichteten früheren Hauptquartier der Ottoman Bank eröffnet. In SALT Galata werden eine spezialisierte öffentliche Bibliothek und Archive, Räumlichkeiten für Forschung und Workshops, eine Ausstellungshalle und ein Konferenzsaal sowie das neu gestaltete Museum der Ottoman Bank untergebracht sein.

Die Haupteröffnungsausstellung in SALT Beyoğlu I am not a studio artist zeigte eine Werkauswahl des 2007 verstorbenen Künstlers, Denkers, Autors und Kurators Hüseyin Bahri Alptekin. In der Ausstellung werden die Besucher mit den Themen bekannt gemacht, denen sich Alptekin widmete, und erfahren die Vielfalt der von ihm benutzten Medien, die von seinen frühen Collagen bis zu den hochkomplizierten "Heterotopia"-Installationen, von seinen etymologische spielerischen Neonarbeiten bis zu den ergreifenden Videos reichen, die er im Pavillon der Türkei bei der Biennale Venedig 2007 [2] zeigte. Zur Ausstellung gehören auch neu in Auftrag gegebene Arbeiten von fünf Künstlern, die auf Alptekins Themen und Anliegen reagierten. Dies sind Can Altay, Gülsün Karamustafa, Gabriel Lester, Camila Rocha und Nedko Solakov, allesamt Schlüsselfiguren im Leben des Künstlers.

Die zweite Ausstellung, Laboratory, zeigt Werke des Wettbewerbs ars viva 2010/11 in Zusammenarbeit mit dem Kulturkreis der Deutschen Wirtschaft im BDI. Seit 1953 ist der ars viva Preis für Bildende Kunst an vielversprechende, in Deutschland lebende junge Künstler vergeben worden. Die Gewinner im Jahr 2010 sind Nina Canell, Klara Hobza, Markus Zimmermann und Andreas Zybach.

 

<line>Anmerkungen:</line>

  1. <line>Zitiert aus Deniz Desiree Hostettlers Artikel in </line><line>Hürriyet Daily News & Economic Review</line>
  2. Siehe Hüseyin Bahri Alptekin, Pavillon der Türkei, 52. Biennale Venedig, 2007.


(Zusammenfassung nach Informationen in SALT online, Pressetexten und anderen Quellen.
Aus dem Englischen: Haupt & Binder)

SALT Beyoğlu
İstiklal Caddesi 136
Beyoğlu 34430
Türkei
Website Email



"I am not a studio artist"
Hüseyin Bahri Alptekin
9. April - 7. August 2011

Laboratory ars viva 2010/11
9. April - 1. Juli 2011


Siehe auch:

04
Über Interaktion mit dem Publikum, offene Archive, Distanz zum Kunstmarkt. Interview mit Vasif Kortun, Forschungs- und Programmdirektor, SALT Istanbul.
Nafas
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