Neue Hoffnung für verlorene Werke moderner Kunst des Irak

Online-Archiv für die Suche nach verlorenen Werken des Museums Moderner Kunst in Bagdad und deren Dokumentation.
Mär 2011

Das jetzt öffentlich vorgestellte Modern Art Iraq Archive (MAIA) ist das Ergebnis langfristiger Bemühungen, die Werke des Irakischen Museums Moderner Kunst in Bagdad zu dokumentieren und zu bewahren. Die meisten davon sind nach der Invasion der USA im Jahr 2003 durch Feuer und Plünderungen verlorengegangen oder beschädigt worden. Wie die Website verdeutlicht, ist über viele Werke sowie über deren gegenwärtigen Verbleib und ursprünglichen Platz im Museum nur wenig bekannt. Das Fehlen von Dokumenten über moderne irakische Kunst regte dazu an, beim Anwachsen des Projekts unterstützende Texte hinzuzufügen. Die Website macht die Kunstwerke in Form einer jedem zur Verfügung stehenden Datenbank zugänglich, um die vielen verlorenen Werke ins öffentliche Bewusstsein zu bringen und interessierte Personen dazu aufzufordern, an der Dokumentation der originalen und/oder verlorenen Bestände des Museums mitzuwirken.

Die MAIA-Website ist der Höhepunkt einer siebenjährigen Arbeit der Projektleiterin Nada Shabout, Professorin für Kunstgeschichte und Direktorin des Contemporary Arab and Muslim Cultural Studies Institute (CAMCSI) an der University of North Texas. Seit 2003 hat Shabout durch intensive Forschung, Interviews mit Künstlern, Museumsangestellten und Galeriebesitzern jedwede verfügbare Informationen über die verschwundenen Kunstwerke zusammengetragen. Sie erhielt 2006 und 2007 Stipendien des American Academic Research Institute in Iraq (TAARII), um die erste Phase der Datensammlung durchzuführen. 2009 verbündete sie sich mit Kolleginnen und Kollegen des Alexandria Archive Institute, einer in Kalifornien ansässigen, nicht-kommerziellen Organisation, die sich der Erschließung kulturellen Erbes für die Forschung, Bildung und kreative Arbeit wirdmet. Das Team gewann ein Digital Humanities Start-Up Stipendium der U.S. National Endowment for the Humanities, um ein öffentlich zugängliches, umfassendes virtuelles Archiv der Werke aufzubauen, die sich dereinst in verschiedenen Museumsgalerien befanden. Diese bedeutenden nationalen Schätze sind in einem offenen Format dargestellt, das zu einer weltweiten Nutzung einlädt, einschließlich durch die im Irak und im Ausland lebenden Iraker, und alle Nutzer sind dazu aufgefordert, bei der Identifizierung und weiteren Dokumentation der einzelnen Werke behilflich zu sein.

Das Ziel des MAIA besteht darin, die Entwicklung der modern Kunst im Irak während des 20. Jahrhunderts darzustellen und Akademikern, Studenten, Behörden und dem allgemeinen Publikum als Forschungsinstrument zu dienen sowie ein öffentliches Bewusstsein des reichen modernen Kulturerbes des Irak zu erwecken. Darüberhinaus wird die Schaffung eines verlässlichen und öffentlichen Verzeichnisses nicht nur an den kulturellen Wert der Werke erinnern und auf diesem Wege hoffentlich ihre Rückkehr beschleunigen, sondern auch helfen, den entsprechenden Schmuggel und Schwarzmarkt zu bekämpfen.

Um weitere Informationen zu erhalten, besuchen Sie bitte die Website:
http://artiraq.org/maia
oder wenden sich direkt an das Projekt:
contact(at)artiraq.org

(Pressemeldung. Aus dem Englischen: Haupt & Binder)

The Modern Art Iraq Archive (MAIA)

Seit Februar 2011

Projekt-Team:

Projektleiterin:
Nada Shabout

Forscher:
Saleem Al-Bahloly
Tiffany Floyd

Übersetzer:
Ahmed Khalil

Manager:
Sarah Whitcher Kansa

Koordinator:
Francis Debaluwe

Entwickler:
Mohit Gupta

Berater:
Eric Kansa


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