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Speak, Memory

Symposium: Archive und andere Strategien der (Re)aktivierung kultureller Erinnerung, 28.-30. Okt. 2010, Kairo.
Sep 2010

Die Townhouse Gallery in Kairo organisiert ein internationales Symposium über Initiativen des Archivierens und andere Strategien der Bewahrung und (Re)aktivierung kultureller Erinnerung. Der Titel ist Vladimir Nabokovs klassischer Autobiographie Erinnerung, sprich entliehen. Die dreitägige Veranstaltung findet in Form von Präsentationen, Rundtischdiskussionen, Screenings und Künstlergesprächen statt und soll das reiche Spektrum an Methoden untersuchen, die angewandt werden können, um vergangene künstlerische Praktiken aufzustöbern, aufzugreifen und zu reaktivieren.

In jüngster Zeit entstanden im Nahen und Mittleren Osten diverse Archivierungs- und historiographische Bemühungen, die auf eine lokale und regionale Geschichte moderner und zeitgenössischer Kunst fokussiert sind. Als Reaktion auf die spärliche und verstreute kunsthistorische Dokumentation der jüngsten Vergangenheit der Region hat eine wachsende Zahl an Forschern, Kuratoren und Künstlern damit begonnen, Dokumente zu sammeln und die oralen Geschichten künstlerischer Praktiken und Ausstellungen aufzuzeichnen, die anscheinend vergessen, falsch interpretiert oder abgelehnt gewesen sind.

Da solche Forschungsprojekte in Gang kommen, beginnen private Sammler und neu geschaffene Museen langsam damit, Künstlerarchive, Magazine und andere Zeugnisse der Kulturgeschichte der Region im 20. Jahrhundert zu erwerben. Diese Entwicklungen betreffen nicht allein den Nahen und Mittleren Osten. Ein ähnliches Phänomen fand in Lateinamerika statt, wo private Sammler sowie ausländische Museen und Universitäten private Archive der Kunstproduktion der 1960er und 1970er Jahre gekauft und aus den jeweiligen Ländern gebracht haben.

Die gegenwärtige Situation verlangt nach einer kritischen Diskussion zwischen Institutionen, Sammlern, Künstlern, Kuratoren und Forschern, die daran interessiert sind, die jüngere kulturelle Erinnerung in einer Weise zu reaktivieren, die die Schaffung einer Vielzahl von Erzählweisen und den freien Zugriff auf solche Geschichten ermöglicht. Speak, Memory soll eine informierte Debatte über die Herausforderungen und Strategien der Bewahrung moderner und zeitgenössischer Kunstgeschichte in Gang bringen, die auf jene Bereiche fokussiert ist, die bislang kaum dokumentiert wurden oder in einem dominanten historischen Diskurs unterrepräsentiert sind. Außerdem wird das Symposium Archivinitiativen vorstellen, die wegen ihres erfolgreichen Organisationsmodells, der Zugänglichkeit und des diskursiven Potenzials herausragend sind, und Online-Plattformen präsentieren, die bereits Möglichkeiten der Zusammenarbeit anbieten. Statt es nur bei einer einmaligen Veranstaltung zu belassen, soll das Symposium ein Netzwerk von Archivinitiativen und größeren historiographischen Bestrebungen schaffen, das eine Reihe fortlaufender Gespräche und Kooperationen erleichtern kann.

Zu den eingeladenen Referenten gehören u.a. Susan Meiselas (Fotografin, New York), Beatrice von Bismarck (Kuratorin und Autorin, Leipzig und Berlin), Kristine Khouri (Autorin und Forscherin, Studiengruppe für die Geschichte arabischer Modernen, Beirut), Adam Broomberg und Oliver Chanarin (Künstler, London), Vasif Kortun (Kurator und Leiter von Platform Garanti, Istanbul), Claire Hsu (Leiterin des Asia Art Archive, Hongkong), Barnaby Drabble (Kurator, Autor und Mitbegründer des Curating Degree Zero Archiv, Zürich), Farah Wardani (Leiterin des Indonesian Visual Art Archive, Jakarta), Negar Azimi (Autorin und Redakteurin, Bidoun und Arab Image Foundation, New York und Beirut), Yasmine Eid-Sabbagh (Künstlerin, Mitglied der Arab Image Foundation, Beirut), Heba Farid (Fotografin und Forscherin, CULTNAT, Kairo), Lucie Ryzova und Hussein Omar (Forscher, Downtown History and Memory Project, Kairo), Celine Condorelli (Künstlerin, London), Jesús Carrillo (Direktor für öffentliche Programme, Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía, Madrid), Miguel López (Kurator und Autor, Red Conceptualismos del Sur, Lima), Sean Dockrey (AAAArg.org und The Public School, Los Angeles), Ashok Sukumaran und Sebastian Lütgert (Pad.ma, Berlin, Bombay, Bangalore).

 

Eine Registrierung ist notwendig.
Bitten schicken Sie bis zum 15. September 2010 eine Email an die Adresse
info(at)speakmemory.org
Wegen finanzieller Einschränkungen wird von den ausländischen Teilnehmern eine Gebühr von 80 Euro erhoben.
Weitere Informationen:
http://speakmemory.org
Kuratorin des Symposiums: Laura Carderera
laura(at)speakmemory.org.
Fragen wegen der Registrierung richten Sie bitte an die Projektmanagerin Alexandra Stock alexandra(at)speakmemory.org

 

(Aus einer Pressemeldung des Veranstalters.
Aus dem Englischen: Haupt & Binder)

Speak, memory
on archives and other strategies of (re)activation of cultural memory

28. - 30. Oktober 2010

Townhouse Gallery
Rawabet Theater
Kairo, Ägypten


Symposiums- Kuratorin:
Laura Carderera

Sprachen: Englisch, mit arabischer Übersetzung

Nafas
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