Arabischer Fonds für Kunst und Kultur (AFAC)

Die unabhängige Stiftung unterstützt Personen und Organisationen aus arabischen Ländern.
Sep 2007

Der Arabischer Fonds für Kunst und Kultur (Arab Fund for Arts and Culture, AFAC) ist eine private, unabhängige arabische Initiative, die Künstlern und Schriftstellern in der arabischen Welt durch strategische kulturelle Förderung Rückhalt geben soll. Sie bemüht sich darum, Individuen und Organisationen einen nachhaltigen Finanzierungsmechanismus zur Verfügung zu stellen und zugleich den kulturellen Austausch in der Region zu erleichtern. Der AFAC startete im September 2004 als eine Initiative von Culture Resource (Al Mawred Al Thaqafy) in Absprache mit über vierzig Körperschaften, kulturellen Organisationen, Individuen und größeren Stiftern, wie dem Open Society Institute, der Emirates Foundation und der Ford Foundation, die alle in der Region tätig sind.

AFAC ist als schweizer Stiftung registriert und operiert in der arabischen Region durch ein Büro in Amman (Jordanien). Seine Stipendien und Zuschüsse sind für Künstler und Schriftsteller aus der arabischen Welt bestimmt.

Hintergrund

Die arabische Welt hat sich heutzutage großen Herausforderungen zu stellen, von denen die Zukunft der Menschen in der Region und deren Position in der Welt abhängt. Während diese Fragen für gewöhnlich im Zusammenhang von Politik und Wirtschaft gesehen werden, betreffen sie auf anderer Ebene grundlegende kulturelle Belange, wie die Ausbildung eines eigenen Selbstverständnisses, Ausdrucksformen der Identität und Meinungsfreiheit. In der Region bemühen sich Entscheidungsträger, Denker, Intellektuelle und Künstler darum, Antworten auf viele solcher Fragen zu finden. Kulturelle Äußerungen, wie Literatur, Film, darstellende und visuelle Künste, befinden sich im Zentrum solcher Anstrengungen. Sie sind wesentliche Mittel, um Aspekte der Identität zu erkunden, sich mit der Realität auseinanderzusetzen und einem größeren Publikum kritische Ansichten und visionäre Gedanken mitzuteilen.

Chancen

Während der letzten beiden Jahrzehnte erlebte die arabische Welt ein langsames Nachlassen der staatlichen Kontrolle kultureller Aktivitäten. Die wirtschaftliche Liberalisierung in einer Reihe von Ländern, gekoppelt mit der Entstehung einiger teils unabhängiger Fernsehsatellitensender, hatte eine relativ freie Atmosphäre für das Kulturschaffen zur Folge. Diese Öffnung bewirkte eine Art arabischer kultureller "Renaissance", u.a. mit der Gründung von unabhängigen Ensembles in den darstellenden Künsten, Musikgruppen, Verlagen, Galerien, kulturellen Organisationen und Forschungszentren. Sie alle teilen den Wunsch, sich in die Bereiche des Experiments und der Innovation vorzuwagen und sich von den Zwängen offizieller Institutionen zu lösen.

Herausforderungen

Während an der kulturellen Front Fortschritte gemacht wurden, verringerten sich in den meisten Ländern die Zugangsmöglichkeiten zu staatlicher Finanzierung, und politische und soziale Restriktionen erschwerten es, Fördermittel abzusichern. Das alles kombiniert mit einem zunehmend kommerzialisierten kulturellen Umfeld hat engagierte arabische Künstler und Organisationen in eine prekäre finanzielle Lage gebracht. Obwohl sie zahlenmäßig und hinsichtlich der öffentlichen Wahrnehmung weiter wachsen, bleibt ihnen ein substantieller Zugang zu öffentlichen Ressourcen versagt. Mit Ausnahme einiger weniger engagierter Stiftungen in der Golfregion ist die philantropische Unterstützung vor allem darauf gerichtet, unmittelbare soziale Probleme im Zusammenhang mit Armut und Gesundheit zu lindern.

Heutzutage verdankt der kulturelle Sektor sein Überleben einer Handvoll internationaler Stifter in der Region, wie der schwedischen internationalen Entwicklungshilfe, DANIDA, NORAD, der Delegation der Europäischen Union, der holländischen Regierung, der Ford Foundation und dem Open Society Institute. Diese Förderer unterstützen die Künste, weil sie die soziale und politische Bedeutung einer unabhängigen kulturellen Praxis anerkennen. Doch ist die finanzielle Abhängigkeit von internationalen Quellen für die Künstler und Organisationen auch mit vielen Problemen verbunden. Stipendiaten müssen sich oft gegen Anschuldigungen verteidigen, sie würden einer fremden Agenda folgen und die Kultur verwestlichen. Hinzu kommt, dass die Zukunft dieser finanziellen Mittel auf Grund eines allgemeinen Niedergangs der Kulturförderung und des turbulenten politischen Klimas im Nahen Osten in Frage steht.

Programme

Der Arabische Fonds für Kunst und Kultur beginnt seine Förderaktivitäten 2007 mit einem vielfältigen Portfolio kultureller Entwicklungsprogramme.

Kulturelle Produktion:

Stipendien werden vergeben, um künstlerisches und literarisches Schaffen zu fördern, das zeitgenössische künstlerische Ansätze verfolgt und sich mit allgemeinen sozialen Belangen in der arabischen Welt beschäftigt. Unterstützung erhält auch jene Forschung, die der Verbesserung der Kulturpolitik, des Kulturmanagements und des Kulturmarketings dient. Stipendien werden im Zuge jährlicher Ausschreibungen vergeben. Bewerbungen werden von einer unabhängigen Jury, benannt vom Vorstand des AFAC, bewertet und ausgewählt. Gefördert werden Individuen und Organisationen, die in einem arabischen Land angesiedelt oder in mehreren arabischen Ländern tätig sind.

Der AFAC fördert Projekte auf diesen Gebieten:

- Independent Film
- Unabhängige Filme
- Darstellende Künste
- Visuelle Künste
- Literatur
- Weiterbildung, Qualifizierung und Forschung
- Regionale Veranstaltungen und Zusammenarbeit
- Regionaler Austausch, Touren und Verbreitung
>> Ausschreibung 2009

 

(Auszüge aus dem offiziellen Pressematerial. Aus dem Englischen: Haupt & Binder.)

The Arab Fund for Arts and Culture (AFAC)
Gardenia Building
5th floor
Sourati Street - Hamra
P.O. Box 13-5290
Beirut
Libanon
Website Email

Nafas
Zurück nach oben