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Rethinking Conceptualism

Avant-Garde, Activism and Politics in Latin American Art (1960s-1980s). Symposium, Ausstellung, Diskussion, Workshops in Berlin. Künstlerische Leiterin und Kuratorin: Katerina Valdivia Bruch
Feb 2020

Zwischen den 1960er und 1980er Jahren standen einige lateinamerikanische Länder unter Militärherrschaft. Zu dieser Zeit erlebte Lateinamerika eine Welle des Aufbruchs, eine Zunahme des sozialen Bewusstseins, die für mehr soziale Gerechtigkeit eintrat, beeinflusst unter anderem durch die kubanische Revolution (1953-1959) und andere sozialistische Initiativen. Außerdem mussten neue Wege gefunden werden, um die lokale Wirtschaft aufrechtzuerhalten ohne das Monopol und den Profit internationaler Unternehmen akzeptieren zu müssen. In diesem Zusammenhang verbreiteten sich in der gesamten Hemisphäre sozialistische Ideen, hauptsächlich gegen den US-Imperialismus.

Durch diesen politischen Umbruch entstand ein Gefühl der Einheit unter vielen lateinamerikanischen Ländern. Trotz der Tatsache, dass die lateinamerikanischen Länder in unterschiedlichem Maße Auslandsinterventionen erlitten und durch verschiedene gesellschaftliche und kulturelle Entwicklungen geprägt waren, gab es ein verbindendes Element, das sie einte: der Kampf für soziale Gerechtigkeit und das Verlangen nach sozialen Veränderungen. Der gemeinsame Geist der Übereinstimmung und der Internationalismus, die als Folge dieser gesellschaftlichen und politischen Umstände entstanden, ebneten den Weg für eine Reihe von Netzwerken der Solidarität und der Proteste.

Unter diesen Bedingungen entwickelte sich bei einigen lateinamerikanischen Künstler*innen eine Wahrnehmung der Kunst als Instrument des Widerstands. Gleichzeitig begannen einige Künstler*innen und Kritiker*innen nach Formen zu suchen, um die künstlerischen Produktionen jener Zeit zu beschreiben, die sie als charakteristisch für den lateinamerikanischen Subkontinent erkannten.

Rethinking Conceptualism: Avant-Garde, Activism and Politics in Latin American Art (1960s-1980s) möchte einen Überblick über Kunstpraktiken in Lateinamerika in den 1960er bis 1980er Jahren geben und dabei aufzeigen, wie sich diese vom gängigen europäischen und US-amerikanischen Kanon der Konzeptkunst unterscheiden. Ziel ist es, diesen in Deutschland wenig bekannten Moment der Kunstgeschichte einzuführen und eine Diskussion zu eröffnen, wie die lateinamerikanischen Künstler*innen mit dem Potenzial von Kunst, Politik und Avantgarde umgegangen sind.

Darüber hinaus möchte das Projekt, ausgehend von Werken der Protagonisten jener Zeit, die Verbindungen zwischen Lateinamerika und Deutschland sichtbar machen. Wie diese Verbindungen bis heute fortwirken, wird am Beispiel einer Ausstellung mit Werken von in Berlin lebenden lateinamerikanischen Künstler*innen, die aus der Diaspora einen Blick auf Lateinamerika werfen, dargestellt.


Symposium
27.-28. April 2020
Ibero-Amerikanisches Institut, Potsdamer Straße 37, 10785 Berlin
27. April: 14:00 - 20:00 Uhr
28. April: 10:00 - 16:00 Uhr

Das Symposium über Konzeptkunst aus Lateinamerika wird sich, unter anderem, folgenden Themen widmen: Kunsttheorien aus Lateinamerika, Möglichkeiten der Darstellung von Kunst, Künstlerarchive und Aktivismus; Kunst, Erinnerung und Gewalt; lateinamerikanische Künstlerinnen, Konferenzen über die Havanna Biennale und das Erste lateinamerikanisches Kolloquium über nicht objektive Kunst und urbane Kunst in Medellín und eine Diskussionsrunde über den Begriff "lateinamerikanische Kunst".

Vortragende:

Luis Camnitzer
Künstler und Theoretiker, New York
Ana Longoni
Kunsthistorikerin und Kuratorin, Leiterin für öffentliche Aktivitäten, Museo Reina Sofía, Madrid
Gerardo Mosquera
freier Kurator und Kunstkritiker, La Habana/Madrid
Lisette Lagnado
Kuratorin und Autorin, Co-Kuratorin 11. Berlin Biennale, São Paulo/Berlin
Joaquín Barriendos
Kurator und Forscher, Instituto de Investigaciones Estéticas, UNAM, Mexiko-Stadt
Cecilia Fajardo-Hill
Kunsthistorikerin und unabhängige Kuratorin, Südkalifornien
Víctor Vich
Forscher und Autor, ordentlicher Professor, Pontificia Universidad Católica del Perú und Escuela Nacional de Bellas Artes, Lima
Claudia Calirman
Kunsthistorikerin und unabhängige Kuratorin, außerordentliche Professorin für Kunstgeschichte am John Jay College of Criminal Justice, New York
Emilio Tarazona
unabhängiger Kurator, Lima/Bogotá
Vania Markarian
Historikerin, Generalarchiv der Universidad de la República, Montevideo
María Mercedes Herrera Buitrago
Kunsthistorikerin und freie Kuratorin, Bogotá
Óscar Ardila Luna
Kunsthistoriker und freier Kurator, Berlin
Fernanda Carvajal
Soziologin und Forscherin, Mitglied der Red de Conceptualismos del Sur, Santiago de Chile/Buenos Aires
Jorge Lopera
unabhängiger Forscher und Kurator, Medellín/Mexiko-Stadt

Die Veranstaltung wird in englischer und spanischer Sprache stattfinden, mit Simultanübersetzung in beide Sprachen.



Ausstellung:
Between Personal Chronicles and Collective Memory
28. April – 3. May 2020
Instituto Cervantes Berlin, Rosenstraße 18, 10178 Berlin

Eröffnung: 28. April 2020, 19:00 Uhr
Künstler*innengespräch: 30 April 2020, 19:00 h

Künstler*innen:
María Linares (Bogota/Berlin)
Daniela Lehmann Carrasco (Santiago de Chile/Berlin)
Ana María Millán (Cali/Berlin)
Yoel Díaz Vázquez (La Habana/Berlin)

Kuratiert von Katerina Valdivia Bruch

Öffnungszeiten:
Mittwoch-Sonntag, 11:00 - 19:00 Uhr
Die Ausstellung ist während des Gallery Weekend Berlin geöffnet


Weitere Informationen über die Veranstaltung und die Beteiligten, Programmkalender mit Diskussionen, Vorträgen und Workshops sowie Anmeldeformular:
https://rethinkingconceptualism.com/

(Aus Presseinformationen. © Foto: kbza/Freepik)

Rethinking Conceptualism: Avant-Garde, Activism and Politics in Latin American Art (1960s-1980s)

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Kooperationspartner und Veranstaltungsorte:
Ibero-Amerikanisches Institut, Instituto Cervantes Berlin

Künstlerische Leiterin und Kuratorin:
Katerina Valdivia Bruch


Gefördert von: Hauptstadtkulturfonds, Institut für Auslandsbeziehungen.
Mit freundlicher Unterstützung von: Botschaft von Uruguay in Deutschland, Botschaft der Republik Chile in Deutschland, Magazin OnCurating.org


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