Espina Dorsal (Wirbelsäule), 2009 / 2010

Im Unterschied zu der als eine Fotoserie ausgestellten Arbeit Escalas ist Espina Dorsal als eine große Installation konzipiert, die auf diese Strukturen aus Bauholz Bezug nimmt. Insgesamt sind es sieben Verschalungen, die so miteinander verbunden sind, dass sie sich vom Erdgeschoss des Palais de Glace durch eine Öffnung bis in die erste Etage hinauf erstrecken. Die Eigenart einer jeden dieser Verschalungen basiert auf den Formen und Maßen der zuvor in Medellín dokumentierten Treppen.
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Statt die fertiggestellten Treppen zu zeigen, bezieht sich Herrán auf den Konstruktionsprozess. In diesem Falle sind es potenzielle Treppen, da die Leerräume noch nicht mit Beton aufgefüllt wurden. Gleichermaßen ist auch der Raum ambivalent, denn die Konstruktion ist auf einem Zwischenstadium zwischen dem, was noch der Berg ist und dem, was die Treppen einmal sein sollen, stehengeblieben. Wenn man sie von ihrer historischen Raum-Zeit-Beziehung abstrahiert, kann man sagen, dass die Verschalungen als eine Metapher der lateinamerikanischen Utopie daherkommen, weil sie für einen Wunsch und die Möglichkeit stehen, diesen zu verwirklichen.

© Foto: Sol Arrese
Courtesy: Weniger Zeit als Raum

Juan Fernando Herrán

Wirbelsäule: Informeller Urbanismus und Utopie. Eine Metapher für die Integration Lateinamerikas.

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