Carolyn Christov-Bakargiev

Künstlerische Leiterin der dOCUMENTA (13)

Carolyn Christov-Bakargiev arbeitet als Kuratorin und Autorin in Rom, Turin und New York. Derzeit ist sie Chefkuratorin des Castello di Rivoli Museum of Contemporary Art in Turin. Sie war 2008 Künstlerische Leiterin der 16. Sydney Biennale. Von 1999 bis 2001 war sie Leitende Kuratorin von Ausstellungen des P.S.1 Contemporary Art Center – einer MoMA "Tochter". Zuvor organisierte sie Ausstellungen in verschiedenen Ländern als freischaffende Kuratorin.

Als Autorin ist sie interessiert an den Beziehungen zwischen historischer Avantgarde und zeitgenössischer Kunst. Sie schrieb mehrfach über die Arte Povera Bewegung, u. a. auch ein Buch mit dem Titel "Arte Povera", das 1999 in London erschien.

Sie veröffentlichte die erste Monographie des südafrikanischen Künstlers William Kentridge (Palais des Beaux Arts, Brüssel; Serpentine Gallery, London; MACBA Museu d´Art Contemporani de Barcelona, 1998-1999), und die erste Monographie der kanadischen Künstlerin Janet Cardiff (PS1 Contemporary Art Center, New York, 2001).

Als selbstständige Kuratorin co-kuratierte sie 1993 eine Hommage an den Künstler John Cage unter dem Titel "Il suono rapido delle cose" für die Biennale von Venedig.

"Antwerp ‘93: European Capital of Culture" co-kuratierte sie die internationale Ausstellung "On taking a normal situation and retranslating it into overlapping and multiple readings of conditions past and present" am MuKHA Museum van Hedendaagse Kunst Antwerpen.

1996 co-kuratierte sie die erste großangelegte Retrospektive des italienischen Nachkriegskünstlers Alberto Burri, die im Palazzo delle Esposizioni, Rome, im Palais des Beaux Arts, Brussel und im Lenbachhaus München gezeigt wurde.

1997 organisierte sie "Città-Natura", eine Ausstellung internationaler Künstler an verschiedenen Ausstellungsorten in Rom, wie z. B. im Zoologischen Museum und im Botanischen Garten. Anschließend co-kuratierte sie "La Ville, le Jardin, la Mémoire" in der Villa Medici in Rom (1998-2000), ein dreijähriges Projekt mit Werken von über einhundert Künstlern.

Als Leitende Kuratorin des P.S.1 war sie Initiatorin und Co-Kuratorin der ersten Auflage der Ausstellung "Greater New York" im Jahr 2000, einem Gemeinschaftsprojekt mit MoMa.

Ebenfalls im Jahre 2000 kuratierte sie eine historische Ausstellung internationaler Kunst der 80-er Jahre, "Around 1984: A Look at Art in the Eighties" und Einzelausstellungen mit Werken von "Georges Adéagbo" und "Carla Accardi".

2001 kuratierte sie die erste retrospektive Ausstellung von Arbeiten Janet Cardiffs. Ihre letzte Ausstellung am P.S.1 war "Animations". Diese untersuchte, wie Künstler heutzutage mit Animationen umgehen unter Bezug auf die utopischen Anfänge des Mediums im frühen 20. Jahrhundert.

Seit Januar 2002 arbeitet sie als Chefkuratorin des Castello di Rivoli Museum for Contemporary Art in Turin. Ihr erstes Projekt dort war "Matrix.2" von Francis Alÿs, ein automatisiertes Beantwortungssystem für das Museum. Im Jahr 2003 kuratierte sie die Gruppenausstellung "The Moderns / I moderni", die modernistische Perspektiven in den Arbeiten junger visueller Künstler und Sound-Künstler der ganzen Welt erkundete.

Sie kuratierte 2004 eine Retrospektive von Arbeiten von William Kentridge, eine Ausstellung, die 2004 und 2005 im K20 in Düsseldorf, im MCA Museum of Contemporary Art in Sydney, im Museum of Contemporary Art in Montreal und in der Johannesburg Art Gallery gezeigt wurde.

2004 co-kuratierte sie die Gruppenausstellung "Faces in the Crowd / Volti nella folla", eine Ausstellung, die die bildliche Darstellung als eine avantgardistische Technik von Édouard Manet bis heute darstellte und durch Malerei, Skulpturen, Installationen, Fotografien, Film und Videoarbeiten von über hundert Künstlern untersuchte.

2005 co-kuratierte sie "The Pantagruel Syndrome", die erste Turin Triennale, die Exzesse, Gigantismus und die Zerbrechlichkeit unserer "pantagruelischen Welt" durch zwei Einzelaustellungen mit Takashi Murakami und Doris Salcedo untersuchte sowie durch eine stadtweite Gruppenaustellung von Arbeiten 75 junger Künstler aus der ganzen Welt.

Sie war die Künstlerische Leiterin der 16. Biennale in Sydney (Juni-September 2008). Unter dem Titel "Revolutions – Forms That Turn" wurde dieses Projekt an verschiedenen Orten, u. a. in der Art Gallery of New South Wales, im Museum of Contemporary Art, im Opernhaus Sydney und auf Cockatoo Island veranstaltet. Die Biennale war eine Zusammenstellung von Kunstprojekten, die den Impuls der Revolte sowie die Formen, die in der Etymologie des Wortes "Revolution" enthalten sind, untersuchten. Ebenso wurde die Beziehung zwischen revolutionärer Kunst und Kunst für die Revolution von der frühen Avantgarde bis heute untersucht.

Christov-Bakargiev graduierte 1981 mit Magna cum Laude an der University of Pisa, Faculty of Letters and Philosophy. Ihre Magisterarbeit befasste sich mit der Beziehung zwischen zeitgenössischer Poesie und Malerei. Sie ist verheiratet und hat zwei Kinder, Lucia und Rosa.

(Presseinformation, veröffentlicht im Dezember 2008)

dOCUMENTA (13)

9. Juni - 16. Sept. 2012

Kassel, Deutschland

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