Foreign Affairs: Artists from Taiwan

7. Juni - 22. November 2009


Künstler:

Chien-Chi CHANG
* 1961 Taichung, Taiwan. Lebt in Taipei, Taiwan.

CHEN Chieh-Jen
* 1960 Taoyuan, Taiwan. Lebt in Taipei, Taiwan.

HSIEH Ying-Chun
* 1954 Hualien, Taiwan. Lebt in Taiwan und China.

Cheng-Ta YU
* 1983 Tainan, Taiwan. Lebt in Taipei, Taiwan.

Kommissarin: Fang-Wei CHANG
Direktorin des Büros für die Biennale und andere internationale Projekte, Taipei Fine Arts Museum. 2002-2008 Chefkuratorin des Taipei Fine Arts Museum. 1998-2008 organisierte sie die Taipei Biennalen und kooperierte als Haus-Kuratorin mit den Kuratoren der Biennalen. 1997-2007 organisierte sie die Pavillons Taiwans bei den Biennalen von Venedig und arbeitete dabei mit 4 Kuratoren zusammen.

Beratungskomitee: Amy CHENG, Manray HSU, Hong John LIN, Chia-Chi Jason WANG, Jun-Jieh WANG


Für lange Zeit waren die Menschen Taiwans hinsichtlich der auswärtigen Angelegenheiten in einer heiklen politischen Klemme und haben sowohl individuell als auch kollektiv ihre eigene Art und Weise des Reagierens und Antwortens entwickelt. Bei der diesjährigen Biennale Venedig wurde für den Pavillon Taiwans "Foreign Affairs" (Auswärtige Angelegenheiten) als Titel und als übergreifende Metapher und Konzept der Ausstellung gewählt. Die Auswahl der Werke untersucht das praktische Stadium einer Regionen übergreifenden Kunst im Kontext der operativen Logik heutiger globaler Politik, Ökonomie und Gesellschaft, alternativer Möglichkeiten für kommunikative Interaktion und auch der Frage nach Taiwans Status und Identität. Ihren individuellen Identitäten gemäß begeben sich die teilnehmenden Künstler mit ihren einzigartigen persönlichen Formen praktischen Verhaltens - beobachten, dokumentieren und sich einmischen - in andere Regionen, um mit jenen Gegenden der Welt zu kommunizieren, zu interagieren und zu kollidieren, genau genommen also ein System auswärtiger Angelegenheiten in Aktion zu bringen.

Die vier in dieser Ausstellung präsentierten Künstler teilen gemeinsame Schnittstellen. Sie alle sind schon seit langem auf die ungleiche Behandlung der von der Globalisierung Benachteiligten fokussiert und reagieren darauf auf unterschiedliche, persönliche und praktische Weise. Desweiteren engagieren sie sich alle für den Dialog und die Interaktion mit anderen Teilen der Welt, sowohl mit der individuellen Identität eines Künstlers als auch durch direkte Einmischung, ja selbst durch die persönliche Kollision mit spezifischen internationalen Systemen, um deren Probleme deutlich zu machen. Die offene sozial-aktivistische Architektur, die Hsieh Ying-Chun in Taiwan und China errichtete, Chen Chieh-Jens Erkundungen an den Grenzen des "Reiches", als das sich Taiwan seit dem Zweiten Weltkrieg im allgemeinen wahrgenommen hat, Chien-Chi Changs Langzeitbeschäftigung mit dem Problem der illegalen Immigration zwischen China und den USA oder Cheng-Ta Yus Video ausländischer Frauen, die in die taiwanesische Gesellschaft eingeheiratet haben, und mit der Situation ausländischer Besucher Taiwans - all das sind persönliche, informelle Ausdrucksformen und praktische Anwendungen der "gegenwärtigen auswärtigen Angelegenheiten", mit denen der aktuelle Zustand des Individuums in den unausgewogenen, asymmetrischen Verhältnissen der Globalisierung nachgegangen wird.

© Übersetzung aus dem Englischen: Haupt & Binder


Siehe auch in UiU:

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