Die Mondgöttin Coyolxauhqui

Der Stein mit einem Durchmesser von 320 cm wurde 1978 bei Bauarbeiten entdeckt.

Der Name Coyolxauhqui bedeutet "mit Glocken bemalt", üblicherweise ist die Göttin mit Glöckchen auf den Wangen dargestellt. Zu ihr gibt es in der Mythologie der Azteken diese Geschichte:

Die fromme und keusche Urmutter Coatlicue ("die mit dem Schlangenrock") fegte am Coatepec (dem Schlangenberg) Kehrricht zusammen. Dabei fand sie ein Knäuel aus kostbaren Federn, das sie im Bund ihres Rockes verwahrte. Doch ohne ihr Wissen schwängerten sie die Federn mit dem Samen für Huitzilopochtli. Als ihre Söhne, die Centzon Huitznahua ("die vierhundert - oder unendlichen - Südlichen") und die Tochter Coyolxauhqui die Schwangerschaft bemerkten, waren sie empört über die offenbare Schande und zogen zum Coatepec, um die Mutter zu töten. Als sie dort eintrafen, brachte Coatlicue bereits den bewaffneten Kriegsgott Huitzilopochtli zur Welt, der Coyolxauhqui enthauptete und ihren Körper den Berg hinunterstieß, wobei er zerstückelte. Von den Centzon Huitznahua konnten nur wenige nach Süden entkommen, wo sie seitdem als Sterne am Himmel stehen.

(Zusammfassung nach: Karl Taube, Aztekische und Maya-Mythen, Stuttgart 1994)

 

© Foto: Haupt & Binder

Templo Mayor

Großer Tempel im Zeremonialzentrum von Tenochtitlan, der Hauptstadt des Aztekenreichs.


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