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Templo Mayor in Mexiko-Stadt

Templo Mayor ist die spanische Bezeichnung für huey teocalli, den Großen Tempel in der 1325 gegründeten aztekischen Hauptstadt Tenochtitlan, die 1521 von den Spaniern erobert und zerstört wurde. Auf ihren Trümmern ließ die Kolonialmacht eine neue Stadt errichten. Jahrhundertelang blieb das Hauptheiligtum der Azteken vergessen.

Bei sporadischen Ausgrabungen seit Ende des 19. / Anfang des 20. Jahrunderts sind zunächst nur einige Reste des Templo Mayor entdeckt worden. Als 1978 Bauarbeiter auf das große Steinrelief mit der Darstellung der Coyolxauhqui stießen, war das eine Sensation. Der Fund gab den Anstoß zur vollständigen Freilegung der Reste des Templo Mayor, wozu zunächst diverse Häuser auf dem Areal abgerissen werden mussten.

Die Azteken, die sich selbst als Mexica bezeichneten, siedeln ihre ursprüngliche Herkunft in einem mythischen, nie belegten Ort Aztlan an. Dort sollen sie im Jahr "Eins Feuerstein" (1116 n.Chr.) ihre lange Wanderung begonnen haben, die sie etwa Mitte des 13. Jahrhunderts ins Hochtal von Mexiko führte. Dort mussten sie sich immer wieder mit den alteingesessenen Bewohnern auseinandersetzen. 1325 gründeten sie schließlich auf einer Insel im See von Texcoco ihre Hauptstadt Tenochtitlan. Der Legende zufolge war dies der Ort, an dem sie das Zeichen sahen, das ihnen ihr Gott Huitzilopochtli prophezeit hatte: den auf einem Feigenkaktus sitzenden Adler, der eine Schlange frisst.

Beim Templo Mayor lassen sich sieben Bauphasen nachweisen, wobei jede neue den jeweiligen Vorgängerbau stehenließ und wie eine Hülle überlagerte. Die letzte, etwa 30 m hohe Version bestand aus einer Doppelpyramide, auf deren Vorderseite zwei große Treppen zu einer riesigen Plattform führten. Die vierfach angestuften Pyramiden symbolisieren zwei heilige Berge: die nördliche (linke) den Tonacatepetl, wo nach Vorstellung der Azteken die Götter den Mais lagerten (dem Regengott Tlaloc zugeordnet), und die rechte den Coatepec (Schlangenberg), auf dem der Kriegsgott Huitzilopochtli gleich nach seiner Geburt gegen seine Schwester Coyolxauhqui (siehe die Erläuterung zum Foto) und 400 weitere Geschwister gekämpft hatte. Auf der Doppelpyramide stand für jede dieser beiden Gottheiten ein Tempel.


(Aus Informationen im Katalog zur Azteken-Ausstellung in Berlin 2003 und anderen Quellen.
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Adresse:
Seminario 8
06060, Centro Histórico
Mexico-Stadt
(gleich neben der Plaza de la Constitución, dem Zócalo)

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