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Das mehr als 72.000 ha große Schutzgebiet Wadi Rum ist Teil der Hisma-Wüste im Süden Jordaniens. Dieses komplexe Ökosystem von außergewöhnlicher Schönheit mit einer einzigartigen Kombination aus farbigen Landformen und archäologischen Zeugnissen, darunter Tausende von Felszeichnungen und -inschriften, ist seit 2011 als Welterbestätte anerkannt.

Die ästhetische Wirkung des Wadi Rum entsteht durch eine erstaunliche Konfiguration farbiger Landformen, so als ob die Natur ein ewig inspirierter Künstler wäre, der mit einer Vielzahl von Formen, Farben und Texturen spielt. "Das Verständnis der Geologie des Wadi Rum kann uns helfen, es als 'integriertes System' zu genießen und die umfassendere Geschichte zu erfassen, von der die Natur mit ihrer Großartigkeit, ihren Feinheiten und Kunstformen erzählt", schrieb der Architekt und Künstler Ammar Khammash.

Zwei geologische Formationen dominieren: ein granitförmiges Fundament des Präkambriums (4,6 Milliarden Jahre alt), auf dem sich eine dicke Schicht aus Quarzsandstein des frühen Paläozoikums (500 Millionen Jahre) befindet. Da das gesamte Gebiet 900 m über dem Meeresspiegel liegt, sollte man weniger von einem Tal ("Wadi") sprechen, sondern sich die Landschaft vielmehr als Granitplateau vorstellen, auf dem Sandsteinsäulen stehen, erklärt Ammar Khammash, und das "Elementen der Architektur ähnelt, wie Kuppeln, freitragenden monolithischen Regalen, die wie Balkone aussehen, sowie Bögen, die mit der Zeit komplette Brücken bilden. Sandstein verhält sich wie ein Architekt, der flexibel und detailorientiert ist und ein Faible für Ornamente hat."

Flache breite Wadis, bedeckt mit lockerem Sand in verschiedenen Farben (rot, orange, weiß, braun), erreichen vielerorts mehrere hundert Meter Breite. Kontinuierliche Verwitterung, Winderosion und der Zerfall von eingestürzten Sandsteinblöcken erzeugen weiterhin die riesigen Mengen an Sand, die den Boden des Wadi bedecken und als Kletterdünen an den Felsabhängen angehäuft sind. Das Vorhandensein von Wasser, das vom porösen Sandstein gespeichert wird und entlang der Kontaktlinie mit der dichteren Granitbasis entspringt, hat die Entwicklung von Fauna und Flora ermöglicht und die menschliche Präsenz seit dem Paläolithikum gefördert.

Die Inschriften und Felszeichnungen im Wadi Rum zeugen von mehr als 12.000 Jahren menschlicher Interaktion mit der natürlichen Umwelt. Wie in einem riesigen Freilichtmuseum sind sie in ihrer ursprünglichen Umgebung auf großen Felsbrocken und -wänden aus rotem Sandstein vor allem entlang der Routen der Wanderweidewirtschaft, an Wasserquellen und in Siedlungen zu sehen.

Die bis zu 25.000 Felszeichnungen stellen wichtige Aspekte des menschlichen Lebens dar, wie Geburt, Jagd, Hirtendasein, Kriegsführung, Anbetung. Sie dokumentieren auch die Entwicklung der Tierhaltung und zeigen Wildtiere, die in der Gegend einst existierten und ausgestorben sind.

In Verbindung mit der Felsbildkunst steht ein umfangreicher Korpus an präarabischen Inschriften. Etwa 20.000 Inschriften (Thamudisch, Hismaisch sowie Nabatäisch) wurden erfasst. Viele davon sind neben den Felszeichnungen eingraviert oder überlagern diese.

Weitere Informationen und Fotos in der speziellen Präsentation der Khazali-Schlucht sowie auf den Bildseiten zu Alameleh, Ain Abu Aineh und Anfashieh in der Allgemeinen Tour.

Sehenswert bei einem Besuch des Wadi Rums sind die Ruinen eines nabatäischen Tempels, einer angrenzender palastartiger Residenz und eines luxuriöser Badekomplexes am Fuße des Jabal Rums, in Laufnähe zum modernen Dorf Rum.

Wadi Rum war ein nabatäischer Außenposten auf der Handelsroute zwischen Saudi-Arabien und Petra. Der Tempel, der auf das späte erste Jahrhundert v. Chr. bis ins frühe erste Jahrhundert n. Chr. datiert wird, ist der Göttin Allat gewidmet gewesen.

In der Nähe befinden sich die Überreste einer nabatäischen Villa mit mehr als 28 miteinander verbundenen Räumen, die vermutlich die palastartige Residenz eines religiösen Würdenträgers war. Bemerkenswert ist die Einbeziehung eines luxuriösen Badekomplexes, bei dem die beste römische Wärmetechnologie der damaligen Zeit zur Anwendung kam.

weitere Infos und Fototour

In der Gegend gefundene Inschriften identifizieren Wadi Rum als das mythische Iram, wo der Stamm der 'Ad lebte. Im Koran heißt es, der Ort mit hohen Säulen sei als göttliche Warnung vor Arroganz unter dem Wüstensand begraben worden. Die erste Identifizierung erfolgte durch den französischen Epigraphen Savignac in einem Artikel von 1932, in dem er eine nabatäische Inschrift mit der Aufschrift veröffentlichte: "Erinnert sei an Hayan, Sohn von Abdallahi, Sohn von Ibn Atmu, vor Allat, der Göttin von Iram, für immer". Die Identifizierung wurde später von Fawzi Zayadine und Saba Fares-Drappeau bestätigt, basierend auf einer thamudischen Inschrift. Mehrere andere Gelehrte haben die Wiederholung des Stammesnamens "Ad" und des Toponyms Iram auf Inschriften im Wadi Rum gefunden.

Der britische Armeeoffizier und Schriftsteller T. E. Lawrence, der während des Ersten Weltkriegs britischer Verbindungsoffizier zu den Truppen der Großen Arabischen Revolte war, hielt sich 1916 und 1917 mehrmals in Rum auf. In seinem berühmten autobiographischen Bericht Sieben Säulen der Weisheit (1926) beschrieb er Wadi Rum inspirierend und eindrucksvoll und schilderte seine Ehrfurcht und Überwältigung, als er zum ersten Mal in das Gebiet kam: "Unsere kleine Karawane wurde nachdenklich, und keiner sprach mehr ein Wort; man fühlte sich beängstigt und beschämt, sich mit seiner Geringfügigkeit breit zu machen inmitten dieser riesenhaft ragenden Berge."

Moderne Mythologien, insbesondere nach David Leans Film Lawrence von Arabien (1962), der in Wadi Rum gedreht wurde, neigen dazu, die Lawrence-Verbindung zu übertreiben. Mittlerweile haben Touristen und Reiseführer eine Reihe von Orten im Zusammenhang mit Lawrence umbenannt. Auch wenn diese Identifikationen nicht stimmen, sind sie Teil der Faszination des Wadi Rum geworden.

Wadi Rum ist einer der wichtigsten Drehorte Jordaniens. Der Geschäftsführer der Royal Film Commission, George David, sagte in einem Interview mit der Jordanien Times 2018: "Die Einzigartigkeit des Wadi Rum, auch bekannt als 'Das Tal des Mondes', bezauberte Filmemacher aus aller Welt und ist heute eines der ultimativen Wahrzeichen Jordaniens, wenn es um Dreharbeiten geht."

Das 1962 gedrehte Filmepos Lawrence von Arabien von David Lean mit Peter O'Toole in der Titelrolle machte Wadi Rum erstmals weltweit bekannt und trug dazu bei, T. E. Lawrence als Legende zu etablieren.

Die bizarre Landschaft des Wadi Rum wirkt außerirdisch und wurde ein sehr beliebter Drehort für Sciencefiction- und Fantasyfilme, darunter Ridley Scotts Blockbuster Der Marsianer (2015) mit Matt Damon und sein früherer Science-Fiction-Thriller Prometheus (2012); der Science-Fiction-Thriller Red Planet (2000) von Antony Hoffman; der Science-Fiction-Horrorfilm Last Days on Mars unter der Regie von Ruairí Robinson (2013); Star Wars: Rogue One (2016), die epische Weltraumoper von Gareth Edwards; das Live-Action-Remake 2019 von Aladdin, unter der Regie von Guy Ritchie mit Will Smith, Mena Massoud, Naomi Scott und Marwan Kenzari; Star Wars: Episode IX – Der Aufstieg Skywalkers von J.J. Abrams, Filmstart geplant für Dezember 2019; Dune, die Adaption von Frank Herberts Science-Fiction-Roman unter der Regie von Denis Villeneuve, die 2020 erscheint.

Auch gefeierte jordanische Filme und Koproduktionen wurden in Wadi Rum gedreht, darunter: Theeb (2014) sowie Abenteuer-Thriller unter der Regie von Naji Abu Nowar über einen Beduinenjungen während des Ersten Weltkriegs, der einen britischen Offizier an das Ziel seiner geheimen Mission führt; und May in the Summer (2013), eine romantische Komödie unter der Regie von Cherien Dabis, die auch das Drehbuch schrieb und die Hauptrolle spielte.

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Wadi Rum
In der südwestlichen Ecke Jordaniens, 58 km nördlich der Hafenstadt Akaba. Erreichbar über Hauptstraßen von von Amman in 3,5 Stunden und von Petra in 1,5 Stunden.

Viele Übernachtungsmöglichkeiten von Luxuszelten bis zu einfachem Camping.

Wadi Rum Besucherzentrum
Wadi Rum 77110
Jordanien
Website | Email

Öffnungszeiten:
8 - 16 Uhr

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