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Wadi Faynan

Wadi Faynan

Gewinner des WTM World Responsible Tourism Award 2019!

Am unteren Ende des Dana-Biosphärenreservats gelegen, mit Zufahrt vom Dead See Highway, ist Faynan ein hervorragendes Beispiel für Bemühungen um die Erhaltung der Umwelt und des kulturellen Erbes. Die Ökolodge ist für ihre interessante Architektur, die nachhaltige Infrastruktur und den exzellenten, von der lokalen Community angebotenen Service ausgezeichnet worden.

Faynan hatte die größten Kupfererzressourcen in der südlichen Levante und ist eines der ältesten und am besten erhaltenen antiken Bergbau- und Metallurgiegebiete der Welt.

Seit Andreas Hauptmann vom Bochumer Bergbau-Museum in Deutschland vor vier Jahrzehnten mit der Erkundung des Kupferbergbaus in der Region begann, werden die Schätze des Wadi Faynan von Archäologen aus aller Welt erforscht.

Die bemerkenswerte Geschichte menschlicher Anstrengungen und Innovation in dem Gebiet offenbart sich in den archäologischen Zeugnissen, die in der gesamten Landschaft gefunden wurden. Sachkundige Führer aus der Beduinengemeinschaft bringen die Besucher zu den Sehenswürdigkeiten.

Siehe auch die Chronologie und die Informationen auf den Bildseiten.

Das Dana Biosphärenreservat, das 1989 von der Royal Society for the Conservation of Nature (RSCN) gegründet wurde, ist Jordaniens größtes Naturschutzgebiet und erstreckt sich über eine Fläche von 320 km2 am Great Rift Valley (Jordangraben, Teil des Großen Afrikanischen Grabenbruchs).

Vom 1500 m hohen Plateau bei Quadesiyya bis hin zu den Wüstenebenen des Wadi Araba umfasst das Dana Biosphärenreservat die vier biogeografischen Zonen des Landes: meditteran, iranisch-turanisch, saharo-arabisch und sudanisch. Insgesamt 800 Pflanzenarten und 449 Tierarten wurden bisher im Reservat registriert, darunter zahlreiche weltweit gefährdete.

Das Dana Biosphärenreservat ist ein Modell für den integrierten Naturschutz und die sozioökonomische Entwicklung, das ein Gleichgewicht zwischen dem Schutz der Naturwunder des Gebietes und der Befriedigung der Bedürfnisse der lokalen Bevölkerung herstellen soll. Mit diesem Ansatz wurde Dana der erste Ort, an dem der Ökotourismus in Jordanien begann.

Die preisgekrönte Feynan Ecolodge wurde 2005 von der Royal Society for the Conservation of Nature entwickelt und ist die erste ihrer Art in Jordanien. Die Architektur und das Konzept entwarf der renommierten Architekt Ammar Khammash (siehe Architektur).

Seit 2009 wird die Feynan Ecolodge von EcoHotels in Partnerschaft mit RSCN betrieben und bietet Reisenden die einzigartige Gelegenheit, die Wildnis Jordaniens zu erleben, die lokale Beduinen-Gemeinschaft kennenzulernen und ihre alte Geschichte zu erkunden - und das alles mit minimalen Auswirkungen auf die Umwelt.

Die bezaubernden Zimmer und Gemeinschaftsräume werden von Hunderten von Kerzen beleuchtet, die einheimische Frauen gefertigt haben. Der All-Inclusive-Aufenthalt beinhaltet vegetarische Gerichte aus lokalen Produkten, inspiriert von der arabischen Küche, und die kostenlose Teilnahme an faszinierenden Aktivitäten, darunter Archäologie- oder Abenteuerwanderungen, Kochkurse, Vorträge über den Sternenhimmel auf der Dachterrasse, Einführungen in die Kultur der Beduinen, etc.

Die Besucher von Faynan begegnen einer Gemeinschaft von Beduinen, die weiterhin auf traditionelle Weise in den charakteristischen schwarzen Zelten aus Ziegenhaar lebt, ihre Kultur bewahrt und dennoch eine moderne Form des Pastoralismus praktiziert.

Die Ecolodge bietet 80 Beduinenfamilien, insgesamt etwa 400 Personen, wirtschaftliche Möglichkeiten. Sie werden als Hotelpersonal, aber auch als Fahrer oder örtlicher Reiseleiter eingesetzt. Frauen stellen das Brot, die Kerzen zur Beleuchtung des Hotels und Kunsthandwerk her, das an Besucher verkauft wird.

Das Hotel bietet Workshops an, in denen die Gäste die Traditionen und das Wissen der Beduinen kennenlernen können, sowie Aktivitäten, bei denen die Beduinen den Besuchern die natürlichen, kulturellen und archäologischen Schätze des Dana Biosphärenreservats näher bringen.

Die nachhaltige Architektur der Feynan Eco-Lodge entwarf der renommierte jordanische Architekt Ammar Khammash.

Die Lodge wurde in dem Wadi erbaut, wo in den 1960er Jahren ein Campingplatz für die Natural Resource Authority existierte, und zwar genau auf derselben Fläche ohne diese zu vergrößern.

Das allgemeine Ziel des Entwurfsprozesses bestand darin, ein Mikroklima der Regeneration von "Dunkelheit" zu schaffen, ähnlich dem eines Klosters, wobei sich das Licht tagsüber wie ein "selbstgestaltendes Instrument" über die Öffnungen des Innenhofs bewegt. Die Durchgänge im Inneren nehmen Elemente alter Souks (Marktviertel) auf und bilden ein passives Kühlsystem, manchmal sogar einen Windkamin. Ein zusätzliches Mittel der Klimatisierung sind die als Sonnenschutz in die Außenwände eingesetzten Steinplatten.

Die Räume wurden minimalistisch gestaltet, inspiriert von einem typischen jordanischen Bauernhaus, in dem Frauen die Möbel aus Lehm formten. Die Innenräume haben einen ähnlichen monolithischen Ansatz, wobei die nackten Wände aus Sand und Zement in einen Schreibtisch, ein Bett oder ein Sofa übergehen und einen rein geformten Raum bilden, in dem die Bewegung des Lichts von der Sonne oder einer Kerze nachvollziehbar, fast greifbar wird.

(Aus: Ammar Khammash - Project Brief.
© Redaktionell bearbeitet und übersetzt: Universes in Universe)

Informative Fototouren

Wadi Faynan: Chronologie

Die neolithischen Stätten um Faynan (datiert auf 10.900 v. Chr.) bilden den Beginn einer grundlegenden Veränderung der menschlichen Entwicklung beim Übergang zu sesshaftem Leben und Landwirtschaft. Schon zu diesem frühen Zeitpunkt hatten die Menschen begonnen, die lokalen Kupfererze zu bergen und sie in ihrem ursprünglichen Zustand als Perlen und möglicherweise als Pigment zu verwenden.

Archäologen identifizierten eine große Siedlung aus der frühen Bronzezeit (3.300 v. Chr.), in der Kupfererz angeliefert, zerkleinert und geschmolzen sowie Gegenstände durch Hämmern oder Gießformen hergestellt worden sind.

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In der frühen Eisenzeit, im ersten Jahrtausend v. Chr., als Faynan Teil des als Edom bekannten Gebietes war, kam es zu einer bedeutenden Ausweitung des Kupferbergbaus und der Verhüttung mit mehr als 100 Minen und fünf großen Verhüttungszentren in der Region. Faynan ist im Alten Testament (Genesis 36, 1 Chronik 1 und Zahlen 33) als Pinon / Punon erwähnt.

Zu Beginn unserer Zeitrechnung entwickelten die Nabateaner ein fortschrittliches Niveau des Wasserbaus, das es ermöglichte, in den trockensten Regionen zu wirtschaften. Wahrscheinlich bauten sie um diese Zeit erstmals ein großes Reservoir, und die Flutwasserwirtschaft im Wadi Faynan wurde erweitert.

Nachdem es in jener Epoche anscheinend zu einem Niedergang gekommen war, ist die die Bergbau- und Schmelztätigkeit unter römischer Kontrolle auf ein noch größeres industrielles Ausmaß als in der Eisenzeit angewachsen und Wadi Faynan (bekannt als Phaino) wurde zu einem der größten Kupferproduzenten im oströmischen Reich. Große Teile der Arbeitskräfte waren Kriminelle, die dazu verurteilt waren, sich in den Minen zum Tode zu schuften. Auch frühe Christen wurden von den Römern als Sklaven zur Arbeit in den Kupferminen gezwungen.

Nachdem das Römische Reich zum Christentum konvertierte, wurde Faynan zum Bistum und zu einem Wallfahrtsort zu Ehren der Märtyrer, die dort gestorben sind. Es gibt Überreste von drei Kirchen und möglicherweise einem Kloster sowie von mehreren christlichen Friedhöfen.

Die Mameluken nahmen im 13. Jahrhundert die Kupferverhüttung mit neuer Technologie wieder auf und verarbeiteten die Schlackenhalden aus früheren Zeiten. Möglicherweise bestand in der wichtigen Zuckerindustrie ein lokaler Bedarf an Kupfer, insbesondere für die großen Kupferkessel, in denen der Zucker gekocht und veredelt wurde.

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Feynan Ecolodge and archaeological area

Im Wadi Araba am Dead Sea Highway (Route 65), 3 Autostunden von Amman, 2 Stunden von Akaba, 1,5 Stunden von Petra und 2,5 Stunden vom Dorf Dana entfernt.

Wer nicht in einem Allradfahrzeug anreist, sollte den Transport für die letzten 8 km Offroad-Strecke vom Empfangszentrum zur Hütte buchen. Der Transport wird von den lokalen Beduinen in ihren eigenen Pickups durchgeführt. Alle Einnahmen aus dem Transport gehen an die Fahrer, um die lokale Gemeinschaft zu unterstützen.

Man kann auch vom Dorf Dana nach Feynan hinunter wandern (5-7 Stunden).

Feynan Ecolodge
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