Nordtheater

Eine Inschrift auf dem Architrav des scaenae frons (dekorativer Hintergrund der Bühne) aus dem späten 2. Jahrhundert bezeichnet den Bau explizit als odeion. Demzugfolge fanden hier Musikdarbietungen und Dichterlesungen statt.

Doch ursprünglich wurde der Bau als ein bouleuterion für die Treffen der boule (Stadträte) und die Versammlungen von Vertretern der zwölf Bürgerstämme der Stadt errichtet. Es gab eine kleine cavea (halbrunder Zuschauerraum) und eine einfache Bühnenwand mit drei großen Eingängen. Eine Sektion des Sitzbereichs (cuneus) war für die boule reserviert. In den anderen drei Sektionen nahmen die Vertreter eines jeden Stammes dessen Rang entsprechend statt, wie Inschriften auf den Sitzen belegen. Dieses Theater ist der einzige bis heute gefundene Ort in der Welt, wo solche Informationen über das bürgerliche Leben in einer antiken Stadt so gut erhalten geblieben sind.

Es ist nicht bekannt, wann das bouleuterion erbaut wurde. Das könnte in der Regierungszeit von Kaiser Hadrian (117 - 138 n. Chr.) oder vielleicht schon in der von drei Trajan (regierte 98 - 117 n. Chr.) gewesen sein. 165/166 n. Chr. ist es in ein odeion umgewandelt worden, wozu ein oberer Sitzbereich hinzugefügt wurde. Das Theater war mit einem velum ausgestattet, einem an Kabeln aufgehängten abnehmbaren Vorhang.

Das Gebäude ist wahrscheinlich verlassen und in umayyadischer Zeit von Töpfern genutzt worden, bevor es durch das Erdbeben von 749 n. Chr. zerstört wurde.
(Aus Informationen am Ort. Aus dem Englischen: Universes in Universe)

© Foto: Haupt & Binder

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