Qasr al-Abd

Qasr al-Abd

Der Höhepunkt der Iraq al-Amir Tour ist der Besuch des Qasr al-Abd, eines in Jordanien einzigartigen Architekturdenkmals. Der hellenistische Palast wurde von 182 bis 175 v. Chr. auf einer erhöhten Plattform inmitten eines künstlichen Sees erbaut. Um den Qasr al-Abd zu erreichen, musste man über einen Damm und durch ein imposantes Tor gehen, das heute auf einem überwucherten, eingezäunten Gelände neben der Straße steht.

Wegen des frühen Todes des Bauherrn Hyrcanus, der 175 v. Chr. Selbstmord beging (siehe unten), blieb der Palast unvollendet. Während des verheerenden Erdbebens von Galiläa 363 n. Chr. stürzte das Gebäude ein, weshalb ein Großteil der Reliefs und dekorativen Elemente jahrhundertelang unter den riesigen Steinplatten begraben blieb.

In den letzten Jahrzehnten ist das 38 x 19 m große Bauwerk teilweise rekonstruiert worden. Das Erdgeschoss des ursprünglich zweigeschossigen Palasts mit seinen beiden Portalen, Reste der großartigen Löwenreliefs an den Ecken des Obergeschosses, die Leopardenbrunnen an den beiden Seitenwänden, mehrere Kapitelle und weitere Baudetails und dekorative Elemente können an der archäologischen Stätte besichtigt werden. Weiteren Informationen auf den Bildseiten.

Die Geschichte von Hyrcanus und Beschreibungen des Palasts und der nahegelegenen Höhlen sind aufgezeichnet in den Antiquitates Judaicae des jüdisch-römischen Historikers Flavius Josephus (* 37 oder 38 n. Chr. in Jerusalem, + nach 100). Hyrcanus war der illegitime, hoch talentierte und geliebte Sohn des Steuereintreibers Joseph von Jerusalem aus der einflussreichen Familie der Tobiaden, der in enger Verbindung zum ägyptischen Hof der Ptolemäer stand.

Von seinen eifersüchtigen Halbbrüdern verfolgt, die ihn umbringen wollten, musste Hyrcanus auf die östliche Seite des Jordan zum alten Familienanwesen in Tyros (heute Iraq al-Amir) fliehen. Dort begann er um182 v. Chr. mit dem Bau des Palastkomplexes. Als Antiochus IV Epiphanes, König der Seleukiden, seine Macht in diese Region ausweitete, fürchtete Hyrcanus Racheakte wegen seines schlechten Verhaltens gegenüber den lokalen Araberstämmen und wegen seiner engen Beziehung zu den Ptolemäern. Um der wahrscheinlichen Vergeltung und Ehrlosigkeit zu entgehen, beging er 175 v. Chr. Selbstmord.

Der Name Qasr al-Abd (Sklavenburg) geht auf die lokale Sage von einem Sklaven zurück, der sich in die Tochter seines Herrn verliebte und um deren Hand anhielt. Diese wollte ihm sein Herr nur gewähren, wenn er einen Palast von nie dagewesener Schönheit erbaut. Der Sklave stürzte sich in die Arbeit, doch als sein Herr erkannte, dass er kurz vor der Fertigstellung des wundervollen Schlosses war, tötete er ihn und zerstörte das unvollendete Gebäude.

 


Qasr al-Abd
Iraq al-Amir
Etwa 20 km vom 1. Circle in Amman entfernt

Visuelle Tour durch Wadi al-Seer, ein fruchtbares Tal südwestlich von Amman: antikes Taubenhaus, Ruine des hellenistischen Qasr al-Abd, alte Höhlen, Kunsthandwerk-Dorf.

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Jordan Tourism BoardIn Kooperation mit dem
Jordan Tourism Board

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