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Qasr al-Mschatta

Qasr al-Mshatta

Die Ruine des Mschatta-Palasts (arabisch Winterlager) liegt 30 km südlich von Amman neben dem Queen Alia International Airport. Der Bau wurde vermutlich während der kurzen Regierungszeit des umayyadischen Kalifen al-Walid II. (743 -744) begonnen, blieb aber wegen dessen baldiger Ermordung unvollendet und wurde wenig später bei einem Erdbeben zerstört. Der Palast sollte vor allem als repräsentativer Ort für Audienzen des Kalifen und für hochkarätige Treffen mit lokalen Stammesführern dienen.

Qasr al-Mschatta ist weltberühmt wegen seines kunstvoll ausgearbeiteten Baudekors der südlichen Hauptfassade. Der gesamte Bereich westlich und östlich des Hauptportals war bis zu sechs Meter Höhe mit einem detailreichen, tief aus dem Kalkstein ausgearbeiteten Relief überzogen. Zwischen zickzackartigen Gesimsen und prächtigen Rosetten und Achtecken tummelten sich in einem Geflecht aus Weinranken zahllose Tiere und auch menschliche Gestalten. Im östlichen (rechten) Teil der Fassade sind die Dekorationen geometrisch, möglicherweise wegen der Nähe zur Moschee.

Der dekorierte Teil der südlichen Fassade gelangte im Jahr 1903 als Dank für den Bau der Hedjaz-Bahn nach Deutschland. Auf der Museumsinsel in Berlin wird die Fassade heute im Museum für Islamische Kunst gezeigt. Weitere Einzelsteine und Skulpturen sind in Museen in Amman ausgestellt. In einem gemeinsamen Projekt des Königreichs Jordanien und der Bundesrepublik Deutschland wurde der Originalort bis 2013 umfassend instand gesetzt und restauriert.

(Diese Einführung und die Texte auf den Bildseiten stammen aus Informationen am Qasr al-Mschatta, von Jordaniens Bewerbung bei der UNESCO sowie aus dem Museum für Islamische Kunst in Berlin)


Lage, Anfahrt

Qasr al-Mschatta
Die archäologische Stätte liegt nördlich des Queen Alia Airport, etwa 35 km südlich des Zentrums von Amman, etwa eine Stunde mit dem Auto, Abfahrt von der Airport Road bei Al Qastal.
Lage auf der Karte

+ Karte: Wüstenschlösser


Etwa 260 km lange Rundfahrt durch die Wüstenlandschaft östlich von Amman zu umayyadischen Palästen, Badehäusern und Jagdschlössern.

© Texte und Fotos urheberrechtlich geschützt.
Zusammenstellung der Informationen, redaktionelle Bearbeitung, Übersetzungen, Fotos: Universes in Universe, soweit nicht anders angegeben.


Buchempfehlung, die umfangreichste Publikation:

Qasr al-Mschatta
Ein frühislamischer Palast in Jordanien und Berlin. Band 1 und 2
Berliner Beiträge zur Bauforschung und Denkmalpflege 16

Herausgegeben von Johannes Cramer, Barbara Perlich und Günther Schauerte mit Ghazi Bisheh, Claus-Peter Haase, Monther Jamhawi und Fawwaz al-Kreisheh (gest.)

Michael Imhof Verlag, Petersberg (Deutschland), 2016
ISBN 978-3-7319-0296-6
In Deutsch, 688 Seiten, 591 Farb- und 174 S/W-Abbildungen
Verlag, Buchbestellung

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Der im 8. Jahrhundert unter dem Umayyaden Walid II. begonnene Wüstenpalast Qasr al-Mschatta zählt zu den Höhepunkten und Schlüsselwerken der früh-islamischen Architektur. Seitdem die prachtvoll dekorierte Hauptfassade im Jahr 1903 als Geschenk in das heutige Museum für Islamische Kunst im Berliner Pergamonmuseum kam, hat der Bau immer wieder kontroverse Diskussionen zu Datierung und Deutung aufgeworfen. Das vorliegende zweibändige Werk greift diese Debatte noch einmal auf und zeigt mit allen der modernen Bauforschung zur Verfügung stehenden Methoden, dass die Anlage entgegen der herrschenden Meinung nicht als Ruine liegen blieb, sondern in abbasidischer Zeit in Teilen aufwendig ausgebaut und genutzt wurde.

Durch archäologische Grabungen konnte der geplante Grundriss geklärt werden. Die detaillierte Analyse des Baubestands führte zu einer virtuellen Rekonstruktion des niemals ausgeführten ursprünglichen Bauplans von Walid II.

Ausführliche kunsthistorische Untersuchungen beschreiben und deuten erstmals im Zusammenhang die Hauptfassade ebenso wie die bisher nur unvollständig vorgelegte plastische Ausstattung des Palastes. Hinsichtlich der geplanten Neuaufstellung der Fassade im Nordflügel des Pergamonmuseums wird auch die Museumsgeschichte diskutiert. Nicht zuletzt beschreibt die Publikation die umfangreichen Restaurierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen, welche die Ruine für Besucher wieder erschließen. Während der erste Band zunächst eine Baubeschreibung vornimmt, die Forschungslage vorstellt und sich mit Bauvorgang, -technik und -ausstattung sowie Bauornamentik und -forschung auseinandersetzt und den Palast hinsichtlich Datierung, typologischer Einordnung und musealem Werdegang untersucht, liefert der zweite Band einen detaillierten Katalog der Skulpturen und Inschriften, der Bauornamentik und der archäologischen Sondagen.

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Web-Guide: informative Fototouren mit interaktiven Karten; spezielle Präsentationen von Institutionen, Orten, Events.

Jordan Tourism Board

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