Sitz:
Der ehemalige Palacio Noel im Viertel Retiro wurde in den 1920er Jahren vom Architekten Martín Noel als seine eigene Villa erbaut. Die Gestaltung geht von barocken Vorbildern aus, mit Elementen aus Spanien (andalusische Gärten) und Peru (z.B. Balkone, Giebel in der Art von Retabeln).

Sammlung:
Basiert auf der historischen Kollektion von Isaac Fernández Blanco. Schon 1921 hatte der Sammler sein Haus als Privatmuseum geöffnet (Hipólito Irigoyen 1420, in der Nähe der Plaza de Congreso). 1922 verkaufte er das Gebäude an die Stadt Buenos Aires und überließ ihr die gesamte Sammlung als Schenkung, noch im selben Jahr als städtisches Museum eröffnet. 1943 wurden per Dekret der Stadt die Sammlungen des Museums Fernández Blanco und des Kolonialmuseums (Sammlung von Martín Noel) zusammengeführt. Wegen des architektonischen Konzepts des Gebäudes und dessen Größe ist dafür der Palacio Noel als Sitz gewählt worden. Im Laufe der Jahre kamen weitere Sammlungen, Schenkungen und Nachlässe hinzu.

Ständige Sammlung:
Iberoamerikanische Silberschmiedekunst, Skulpturen und Mobiliar vom 16. bis zum 19. Jahrhundert. Dokumente, Bücher, religiöse Schmuckelemente, Grafik, Keramik, Kleidung und weibliche Accessoirs.

Höhepunkte:
Die Silbersammlung der Kolonialzeit ist umfangreicher als jede andere dieser Art in Südamerika. Zum Besitz an Kolonialmalerei gehören neben Beispielen der Schulen von Potosí und des Vizekönigreichs in Mexiko wichtige Arbeiten der Cuzcoschule. Unter den religiösen Bildwerken aus Holz, Alabaster und Elfenbein sind die der Jesuiten-Guaraní-Missionen sowie die aus Peru, Quito, dem bolivianischen Hochland, Brasilien, Spanien, von den Philippinen und vor allem aus Buenos Aires hervorzuheben.

Museologisches Konzept:
Die Vierte Welt, Kunst und Gesellschaft im Amerika des Vizekönigreichs.
Betont wird das historische Paradox des Zusammentreffens und der kulturellen Angleichung zweier Realitäten: Europa, sich seines Glaubens sicher, konzipiert auf dem Giebel von drei bekannten Welten (Europa, Asien und Afrika) und Amerika, der "neue" Raum, ausgesprochen komplex und modifizierend. Das Zusammentreffen brachte eines der originellsten Ergebnisse der Kunstgeschichte hervor: den amerikanischen Barock.

Aktivitäten:
Vielfältige Wechselausstellungen (vor allem Fotografie) in speziellen Sälen. Vorträge, Seminare, Kurse, Workshops und Veranstaltungen. Konzerte für Kammermusik.

Auf hispanoamerikanische Kunst spezialisierte Bibliothek.


(Aus Informationen auf der Website des Museums.

© Aus dem Spanischen: Haupt & Binder)


Museo de Arte Hispanoamericano Isaac Fernández Blanco
Suipacha 1422
1022 Buenos Aires
Argentinien
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