Das Viertel La Boca liegt im Südosten der Stadt wo der Riachuelo in den Rio de la Plata mündet. Von daher der Name La Boca - Mündung. Es heißt, dies sei die Stelle, an der Pedro de Mendoza 1536 den ersten gescheiterten Versuch einer Gründung von Buenos Aires unternahm.

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts ließen sich hier wegen der Arbeitsmöglichkeiten im nahen Hafen viele Immigranten nieder (vor allem Genueser). Sie bauten ihre Häuser aus Holz und Wellblech, stellten sie wegen des Hochwassers des Riachuelo auf Pfähle und strichen die Wände zum Schutz und weil sie es schön fanden mit Farbresten aus den Werften an. Das Viertel zog auch Bohèmiens, Künstler und Musiker besonders an.

Der Maler Quinquela Martín hat die Tradition des Ortes neu interpretiert und seine Mitbürger ermuntert, kräftigere und buntere Farben zu benutzen. Auf seine Initiative und die anderer Bewohner hin wurde in den 1950er Jahren "Caminito" geschaffen, um einen heruntergekommenen Straßenzug zu revitalisieren und zu einer farbenfrohen und fröhlichen Gegend zu machen. An den Häuserwänden wurden volkstümliche Flachreliefs, Mosaiken und Skulpturen verschiedener Künstler angebracht. 1959 deklarierte die Stadtverwaltung von Buenos Aires Caminito zur "Museumsstraße". Heutzutage ist Caminito eine Touristenattraktion, wo Andenken und Kunsthandwerk verkauft werden und Tangodarbietungen stattfinden.

(© Text: Universes in Universe)


Museo al Aire Libre Calle Caminito
Pasaje Caminito, entre Magallanes y Lamadrid
La Boca, Buenos Aires
Argentinien
Zurück nach oben